Frau vom Badesee in Nieder-Roden ist immer noch verschwunden

270 Vermisstenfälle in jedem Jahr

Rodgau - Die seit ihrem Besuch im Strandbad am 3. August vermisste 64-jährige Jügesheimerin ist in Stadt und Kreis Offenbach nicht der einzige Vermisstenfall. Von Bernhard Pelka 

Von der Vermissten am Badesee fehlt immer noch jede Spur. In diesem Jahr bearbeitete das beim Polizeipräsidium Südosthessen dafür zuständige Fachkommissariat schon 164 Vermisstenfälle. Vier davon sind noch offen. Im Schnitt gibt es pro Jahr 260, 270 solcher Fälle. 2016 hatte es eine leichte Steigerung auf 295 gegeben, teilt die Polizeipressestelle auf unsere Anfrage mit. Etwa 90 Prozent aller Fälle werden geklärt. Mehr als 50 Prozent schon binnen der ersten 24 Stunden nach dem Verschwinden. Freiwillig zurück kommen 40 Prozent der Gesuchten, 39 Prozent werden bei einer Fahndung aufgegriffen. 17 Prozent der von der Polizei ermittelten Personen wollen nicht mehr in ihr bisheriges Lebensumfeld zurückkehren. „Die Zusammenführung ist auch nicht unsere Aufgabe, nur die Ermittlung, was mit den Vermissten geschehen ist. Etwa, ob ein Verbrechen vorliegt“, erläutert ein Polizeisprecher.

In der Regel sind 56 Prozent der Gesuchten Männer und 44 Prozent Frauen. Darunter sind 40 Prozent Jugendliche. Die Zahl der über 65-Jährigen liegt bei 15 Prozent.

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Was sind die Motive, zu verschwinden? Im vergangenen Jahr gaben 33 Prozent der ermittelten Personen an, wegen einer unheilbaren Krankheit abgetaucht zu sein, neun Prozent hatten Selbstmordabsichten. Depressionen und Demenz spielen dabei eine große Rolle. Wie wohl jetzt in Rodgau, kommen natürlich auch Unglücke als Ursache in Frage – oder eben Verbrechen. Oder Alltagsnöte wie zuletzt bei einem Neunjährigen in Langen. Am 22. August wurde er von seiner Familie morgens um 9.29 Uhr als vermisst gemeldet. Die Polizei startete sofort umfangreiche Maßnahmen. Eine Streife suchte den Jungen zu Hause, andere Kräfte durchkämmten die Altstadt, der Hubschrauber wurde startklar gemacht, die Bundespolizei (sie ist für die Bahn zuständig) verständigt, die Bereitschaftspolizei alarmiert. Zum Glück gab die Familie um 10.09 Uhr Entwarnung. Der Kleine war von selbst wieder aufgetaucht. Aus Angst vor Problemen in seiner neuen Schule war er abgehauen.

Quelle: op-online.de

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