5275 Stimmen sind zu vergeben

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CDU-Bürgermeisterkandidatin Anette Schweikart-Paul mit Dr. Bernhard Knaf.

Rodgau - (bp) „Das war eine Katastrophe.“ Der Rodgauer CDU-Vorsitzende Dr. Bernhard Knaf will das Bürgermeisterwahlergebnis nicht beschönigen. „Dass es so schlecht wird, hat keiner erwartet“, kommentiert er das Abschneiden der CDU-Kandidatin Anette Schweikart-Paul.

Sie hatte nur 22,1 Prozent Zustimmung erreicht und war im ersten Wahlgang ausgeschieden. Ausgerechnet der frühere CDU-Mann und Amtsinhaber Alois Schwab hatte ihr Stimmen aus dem CDU-Lager abgejagt. Nun muss die Stichwahl am 11. Oktober zwischen Schwab und seinem verbliebenen Herausforderer Jürgen Hoffmann (SPD) entscheiden.

Zu einer Wahlempfehlung für Hoffmann kann sich der CDU-Vorstand nicht durchringen. In einer Pressemitteilung heißt es lediglich: „Allerdings ist die CDU Rodgau nach wie vor der Meinung, dass der bisherige Bürgermeister in keiner Weise geeignet ist, weiterhin Verantwortung für die Geschicke Rodgaus zu übernehmen.“

Dr. Knaf berichtete, die SPD habe vor einigen Monaten den Vorschlag der CDU abgelehnt, „in einer gemeinsamen Aktion zu sagen, dass Schwab der Falsche ist“. Die Union werde nun nochmals darauf hinweisen, dass Schwab eine Fehlbesetzung sei. Die CDU lag mit dem Amtsinhaber lange im Streit, bis sie ihn als Parteimitglied schließlich abmeldete. Der Grund: Schwab, der von einer Kampagne gegen ihn spricht, hatte Beiträge nicht mehr gezahlt und tritt nun als Parteiloser zur Wiederwahl an. Die CDU-Bürgermeisterkandidatin Schweikart-Paul hatte im ersten Wahlgang 5275 Stimmen bekommen, Jürgen Hoffmann 9173 und Alois Schwab 9386. Schwab erreichte damit exakt dieselbe Stimmenzahl wie bei seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2003. Dr. Knaf sagte, dass jeder, der den Amtsinhaber „aktiv unterstützt hat“, sich entscheiden müsse, zu wem er gehöre. Die CDU umwerbe jedes ihrer Mitglieder. Nach wie vor sei man der Meinung, mit Anette Schweikart-Paul „eine exzellente Kandidatin“ präsentiert zu haben. Es sei aber nicht gelungen, die Defizite des Amtsinhabers zu verdeutlichen. Erfreut ist die Union über ihr gutes Abschneiden in Rodgau bei der Bundestagswahl. Sowohl bei den Erststimmen für die direkt (wieder-)gewählte Wahlkreisabgeordnete Patricia Lips als auch bei den Zweitstimmen sei „ein Ergebnis über dem Bundesdurchschnitt“ erreicht worden. In Rodgau hätten sogar 52,2 Prozent der Wähler für die neue schwarz-gelbe Regierung gestimmt. Auch 45,5 Prozent für den CDU-Landratskandidaten Quilling seien ein „sehr gutes Ergebnis für den ersten Wahlgang“.

Quelle: op-online.de

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