Abfall-Fachleute informieren sich in Dudenhofen

Kompost auf Koreanisch

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„Ein Umweltzentrum für die junge Stadt“ steht sinngemäß auf dem Banner, mit dem die Koreaner vor dem Kompost posierten.

Dudenhofen - Der Ruf der Kompostierungsanlage bei Dudenhofen reicht bis nach Südkorea: Beamte und Abfall-Fachleute aus der Stadt Yongin informierten sich gestern an der Blumenau über die Umwandlung von Gartenabfällen in Kompost.

Ein Imagevideo der Stadtwerke im Internet hatte sie nach Rodgau gelockt. Yongin liegt eine halbe Autostunde von Seoul entfernt und hat fast eine Million Einwohner. „Für koreanische Verhältnisse ist das eine Kleinstadt“, sagt Daejin Kang, der die Gruppe als Dolmetscher begleitet. Auf einer Rundfahrt durch die Bundesrepublik sammeln die Koreaner Ideen für eine moderne Abfallwirtschaft. „Wir sind gekommen, um zu lernen. Deutschland ist ein umweltfreundliches Land“, sagt Kang. Die Besucher reisten fast 13.000 Kilometer weit, um sich hier zu informieren. Ihr Reiseplan ist dicht gedrängt: Innerhalb von sechs Tagen stehen etwa 20 Stationen auf dem Programm.

Am Dienstag hatten die Koreaner die Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES) besucht. Als „für uns sehr interessant“ bezeichnete Daejin Kang die Eigentumsverhältnisse der FES, die je zur Hälfte der Stadt Frankfurt und der Firma Remondis gehört. Auf der Kompostierungsanlage bei Dudenhofen erklärte Sören Buchheim den Arbeitsablauf: Das angelieferte Material wird geschreddert und zu gleichmäßig großen Mieten aufgesetzt. Darin entwickelt sich binnen kurzer Zeit eine Temperatur von mehr als 70 Grad. Damit ein hygienisches Produkt entsteht, muss sie über fünf Wochen gehalten werden. Die Temperatur wird täglich gemessen und dokumentiert. Die Mieten werden regelmäßig umgesetzt. Nach zehn Durchgängen durchläuft das Material ein großes Trommelsieb, in dem die holzigen Teile ausgesiebt werden. Der fertige Kompost dient dazu, den Gartenboden mit Nährstoffen zu versorgen. Die größeren Teile – einen Zentimeter oder länger –landen als Biomasse in einem Heizkraftwerk.

Ein mehrstimmiges „Ah!“ erhielt Sabine Kretschmer von den Stadtwerken für ihre Erklärung der Kreislaufwirtschaft: Bürger bringen ihre Gartenabfälle und nehmen dafür Kompost mit. Die Kosten sind in der Abfallgebühr enthalten. Kretschmer: „Uns ist wichtig, dass das Produkt hier in der Region bleibt, damit keine Transportwege entstehen.“ Als Geschenk erhielten die Gäste eine Grillzange (aus Holz), ein Päckchen Taschentücher (biologisch abbaubar) und eine Henkeltasse („Stadtwerke to go“) – alles in einer Mehrwegtragetasche.

Auch Bürger aus Rodgau erhalten eine kleine Aufmerksamkeit, wenn sie morgen, Freitag, nach der Winterpause wieder zur Kompostierungsanlage fahren. Für die ersten 100 Besucher des Jahres stehen Primeln bereit. (eh / nas)

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Quelle: op-online.de

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