Intelligentes Entsorgungssystem

Ein Abfalleimer, der sich bedankt

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Innen in dem Hightech-Papierkorb steht eine normaler Mülltonne, wie Stadtwerke-Mitarbeiter Frank Grünberg zeigt.

Nieder-Roden - Wohin mit dem leeren Eisbecher oder der Pizzaschachtel? Ein Papierkorb des 21. Jahrhunderts wartet am Puiseauxplatz auf Abfälle. Der grasgrüne Kasten schluckt die Abfälle, presst sie zusammen und zeigt dann ein lächelndes „Danke“ an. Von Ekkehard Wolf

Etwas mehr als 5000 Euro hat das technische Wunderwerk gekostet. Es kann nicht nur Abfälle platzsparend zusammendrücken. Der Super-Papierkorb kann auch Daten funken und E-Mails verschicken. Kein Witz: Auf diese Weise meldet das Gerät seinen Füllstand und eventuelle Störungen. Wenn der Behälter zu 80 Prozent voll ist, gibt er per E-Mail Bescheid. Solarzellen auf der Oberseite versorgen das Gerät mit Strom. Ein teures Spielzeug? Mitnichten, sagt Sabine Kretschmer, die bei den Stadtwerken unter anderem für die Abfallwirtschaft zuständig ist. Der intelligente Solar-Papierkorb eigne sich besonders für zentrale Plätze, auf denen viele Abfälle anfallen.

Die zuständige Fachbereichsleiterin der Stadtwerke, Sabine Kretschmer (rechts), und die FDP-Stadtverordnete Martina Sertic.

Dank der eingebauten Presse passt so viel Kleinzeug hinein wie in 14 normale Papierkörbe. Dadurch sind weniger Leerungen nötig. Das spart „bis zu 75 Prozent der Logistikkosten“, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt. Die Klappe, die sich automatisch schließt, lässt auch weniger Streumüll und Geruch erwarten. 1200 öffentliche Papierkörbe gibt es in Rodgau. Zwei Mitarbeiter der Stadtreinigung sind tagaus, tagein unterwegs, um sie zu leeren, zu reinigen und verstreute Abfälle aufzulesen. Ein weiterer Kollege säubert die Bushaltestellen.

„Wir leeren die 1200 Papierkörbe einmal wöchentlich, bei Bedarf auch mehrmals“, berichtet Sabine Kretschmer. Der Solar-Papierkorb am Puiseauxplatz müsse wohl nur alle sechs bis acht Wochen geleert werden. Im Inneren des grünen Kastens steht eine ganz normale Mülltonne, allerdings die große Version für 120 Liter. Die solarbetriebene Presse drückt den Inhalt auf ein Siebtel zusammen. Dadurch passen bis zu 840 Liter Abfälle hinein. Die zwölf normalen Papierkörbe am Puiseauxplatz werden durch den neuen Abfallschlucker nicht überflüssig. Sie bleiben als Zugeständnis an die Bequemlichkeit: Wenn der Papierkorb in Griffweite ist, so die Absicht, landet weniger Abfall auf dem Boden oder im Blumenbeet.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Der „Papierkorb-Roboter“, wie ihn Bürgermeister Jürgen Hoffmann nennt, bleibt nicht der Einzige seiner Art. Fünf Exemplare haben die Stadtwerke gekauft. Die nächsten beiden werden wohl am Rathaus und am Ludwig-Erhard-Platz aufgestellt. In anderen Städten ist man schon gespannt, welche Erfahrungen Rodgau mit dem intelligenten Solar-Papierkorb macht. Kretschmer: „Wir haben Anfragen aus Seligenstadt, Oberursel und Bad Hersfeld.“

Quelle: op-online.de

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