Rodgau

Abgabefrist fürs Ärztehaus ist abgelaufen

Die Frist zur Abgabe der Angebote und Bewerbungsunterlagen für den Bau eines Medizinischen Kompetenzzentrums (MKZ) in Nieder-Roden ist am 20. Januar abgelaufen.

Rodgau (bp) - Über die Zahl der Bewerber schweigt sich Bürgermeister und Planungsdezernent Alois Schwab aus. Er folgt damit einem Rat der Frankfurter Anwaltskanzlei Görg. Sie unterstützt die Stadt bei dem komplizierten Vergabeverfahren für das Projekt und der europaweiten Bekanntmachung. Das verschlingt beträchtliche Beträge. Inzwischen sollen 62 500 Euro dafür veranschlagt sein. Ohne die Rechtsberatung hätte die Verwaltung das äußerst diffizile Verfahren aber nicht so glatt über die Bühne bringen können.

Schon im vergangenen November war im Ortsbeirat Nieder-Roden bekannt gegeben worden, dass es für das Vorhaben wohl nur einen einzigen Bewerber gebe: den Dietzenbacher Investor Uwe Werkmann. Es sieht so aus, als habe sich daran bis heute nichts geändert. Wie berichtet, möchte Werkmann auf zwei städtischen und zwei privaten Grundstücken zwischen S-Bahn-Station und Unterer Marktstraße das MKZ bauen. Die Stadt will das gerne mit der Errichtung einer Zentralbibliothek für Rodgau auf einem an das Areal des künftigen MKZ angrenzenden städtischen Gelände verknüpfen.

Das Kompetenzzentrum soll bis zu 17 Arztpraxen, eine 24-Stunden-Apotheke, eine Notdienstzentrale, weitere medizinische Dienstleister und Verwaltungsabteilungen von Arztpraxen aus der Region unter einem Dach vereinen. Organisiert werden soll dort nicht nur die wohnortnahe ärztliche Grundversorgung, sondern zum Beispiel auch die Rehabilitation nach Krankenhausaufenthalten.

Im vergangenen Herbst hatte das Parlament einstimmig den Entwurf zu einem Bebauungsplan für das Projekt beschlossen. Darin ist unter anderem eine Tiefgarage für bis zu 200 Parkplätze vorgesehen. Die Zufahrt soll über die Lichtenbergstraße erfolgen.

Den beiden Privatpersonen, die im Bebauungsplangebiet noch Grundstücke besitzen (zusammen 965 Quadratmeter), bietet die Stadt andere Bauplätze in Rodgau zum Tausch an, falls sie ihre Flächen an einen Investor oder an die Stadt verkaufen.

Eng eingebunden in die Planungen ist die Rodgau / Rödermärker Ärzteschaft, an der Spitze der Dudenhöfer Arzt und Geschäftsführer der Managed Health GmbH, Dr. Ingomar Naudts. Ihm und seinen Kollegen war es im vergangenen August gelungen, die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt für das MKZ zu interessieren. Die Ministerin besuchte Rodgau, um sich davon ein Bild zu machen. Dr. Naudts hatte damals alle Beteiligten zu „mehr Tempo“ aufgefordert. Sonst siedelten sich die Ärzte andernorts an. Seine erste Kauf-Offerte hatte Investor Werkmann bereits vor einem Jahr abgegeben.

Quelle: op-online.de

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