Heute beginnen die schriftlichen Prüfungen für rund 150 Abiturienten in Dudenhofen

Abitur in Rodgau mit Maske und Frischluftpause

Viel Raum für Individualität bieten die Abiplakate in der Pausenhalle der Claus-von-Stauffenberg-Schule.
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Viel Raum für Individualität bieten die Abiplakate in der Pausenhalle der Claus-von-Stauffenberg-Schule.

„Auf zum Endspurt“, „Du schaffst das“ und „Wir glauben an dich“: Viele gute Wünsche begleiten die Abiturienten, die heute in Rodgau in die schriftlichen Prüfungen starten.

Rodgau- In der Claus-von-Stauffenberg-Schule treten rund 150 junge Leute zur Reifeprüfung an. Ein Abi-Jahrgang in Dudenhofen besteht normalerweise aus 200 bis 250 Schülern. Dass es diesmal weniger sind, liegt daran, dass eine Zubringerschule vor einigen Jahren vom G8- aufs G9-Gymnasium umgestellt hat.

Weniger Abiturienten machen es einfacher, die besonderen Bedingungen während der Pandemie einzuhalten. Die Personenzahl pro Raum ist wegen der Abstandsregeln begrenzt. Die größte Gruppe sind morgen 19 Kandidaten in einem Raum.

Rodgau: Maskenpflicht für alle in der Prüfung

„Bei uns wird das Abitur mit Maske geschrieben“, sagt der stellvertretende Schulleiter Alexander Schulte-Sasse. Laut Kultusminister könnten Prüflinge auf die Maske verzichten, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt habe sich die Schule aber für eine durchgängige Maskenpflicht entschieden. Der Grund: Die üblichen Schnelltests zeigen eine Infektion erst nach etwa zwei Tagen zuverlässig an. „In dem Moment, in dem ein Schüler mittags positiv getestet wird, müsste die ganze Lerngruppe in Quarantäne, einschließlich der Aufsicht führenden Lehrkräfte“, erklärt Schulte-Sasse. „Das wäre eine moralische Belastung, die auf den einen Schüler zurückfällt. Das wollen wir keinem zumuten.“

Die ministerielle Maskenerleichterung hatte während der Osterferien im Lehrerkollegium einen Sturm der Proteste ausgelöst. Manche Lehrkräfte weigerten sich sogar, in einer Prüfungsgruppe Aufsicht zu führen, wenn nicht alle Teilnehmer eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

Viel Arbeit mit den Selbsttests in der Schule

Auch die Selbsttest-Pflicht für den Präsenzunterricht ließ der Schulleitung in den Ferien kaum Zeit zur Erholung. Eine „Teststraße“ in der Sporthalle wurde geplant und wieder verworfen. Die Covid-Tests sollen nun in den Unterrichtsräumen stattfinden. 2 700 Testkits wurden geliefert, die das Schulpersonal erst mal umpacken musste: Rachenpads raus, Nasentupfer rein, Gebrauchsanweisung austauschen. Ein Supermarkt spendete Pappkartons, damit die Lehrkräfte das Material durchs Haus tragen können. Dazu kommen Einverständniserklärungen und Dokumentationsbögen, die ausgefüllt und abgeheftet werden müssen. „Der Verwaltungs- und Logistikaufwand ist immens“, sagt Alexander Schulte-Sasse. Die Gesamtkonferenz am Montag dauerte doppelt so lange wie geplant: Erst nach drei Stunden waren alle Fragen geklärt.

Bei den Abiturprüfungen ist wegen der Pandemie manches anders. Es gibt ein größeres Spektrum an Aufgaben und mehr Zeit für Frischluftpausen.

Für jedes Fach stellt das Kultusministerium einen zusätzlichen Aufgabenvorschlag bereit. In den geisteswissenschaftlichen Fächern sind es also vier statt drei Aufgaben. Die Lehrkräfte wählen aus, welche Aufgabe sie ihren Schülern nicht vorlegen. So können sie ein Thema abwählen, das im Unterricht nicht so intensiv behandelt wurde. Für diese Entscheidung ist wenig Zeit. Die versiegelten Aufgaben dürfen erst um 7 Uhr geöffnet werden, um 8.30 Uhr werden die Prüfungsräume aufgeschlossen.

Zwischendurch tief durchatmen

Für ihre Klausuren haben die Abiturienten 25 bis 30 Minuten mehr Zeit. Das soll ihnen ermöglichen, ab und zu eine Maskenpause zu machen und Frischluft zu schnappen.

Unabhängig davon bleibt es beim üblichen Lüftungsrhythmus: Alle 20 Minuten werden die Fenster für fünf Minuten geöffnet.

Für die Abiturienten gibt es einen separaten Ein- und Ausgang, damit sie den jüngeren Schülern nicht begegnen. „Wir versuchen, die planbaren Kontakte zu minimieren“, sagt Alexander Schulte-Sasse. Zudem appelliert die Schulleitung an die Abiturienten, nach den Prüfungen auf Feiern zu verzichten.

Eines ist wie immer: Die Pausenhalle hängt voller Plakate, die den Prüflingen Mut machen. Viele sind aus der Druckerei, andere handgemalt, aber alle sind individuell. Neben den üblichen Wortspielen mit „Abi“ wie „Ab in die Zukunft“ gibt es Filmmotive, Hinweise auf Hobbys und vieles mehr. „Möge das Abi mit dir sein“ heißt es auf einem Plakat im Krieg-der-Sterne-Design. Statt „Star Wars“ steht da kurz und bündig: „Das wars“. (Von Ekkehard Wolf )

Liebevoll handgemalt: gute Wünsche für die Prüfungen.

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