Abschied von der Kellerbar

Jügesheim (bp) ‐ Brandschutzauflagen werden den Betrieb in der TGS-Halle am Ostring empfindlich beschränken. Betroffen sind vor allem die Karnevalisten. So muss die Narrenschar heute zur Eröffnungsgala nicht nur vom bisherigen Rodgau-Prinzenpaar Abschied nehmen, sondern auch von der legendären Kellerbar.

Sie darf für öffentliche Veranstaltungen künftig nicht mehr geöffnet werden. Der Brandschutz erzwingt dies. Gleiches gilt für die Nebenräume im ersten Obergeschoss und die Sektbar hinter der Bühne. Die Nutzung im Saal unterliegt ebenfalls Einschränkungen. So werden die Fassenachter auf eine sechste Tischreihe bei ihren Fremdensitzungen verzichten müssen. Sie hatten sich vor Jahren schmalere Tische angeschafft, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Brandschutexperten und die Bauaufsicht des Kreises Offenbach haben die Halle zweimal kritisch untersucht. Die Folge: Große Investitionen kommen auf die TGS zu. Davon sprach Vereinsvorsitzender Professor Dr. Jürgen Follmann schon vor 14 Tagen während der TGS-Gala. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Follmann, dass die Liegenschaft nach den Bestimmungen der Versammlungsstättenverordnung nicht mehr heutigen Anforderungen gerecht wird und es deshalb zu Nutzungseinschränkungen kommt. Die Kooperationen mit Kindergärten und Schulen seien nicht betroffen. Der Sportbetrieb bleibe ebenfalls unberührt.

Weniger Einnahmen - mehr Ausgaben

Generell hat die TGS künftig nicht nur weniger Einnahmen zu erwarten, sondern muss zugleich mehr Ausgaben verkraften, berichtet Schatzmeister Lothar Mark. Er bedauert, dass Veranstaltungen in Jügesheim darunter leiden, „dass es an einer städtischen Einrichtung mangelt“. Der Vorstand musste nun der Bauaufsicht versichern, dass in Zukunft bei allen öffentlichen Veranstaltungen der Brandschutz mit mindestens zwei Personen anwesend sein wird. Bekanntlich werden die Brandschützer den Vereinen seit dem Jahr 2007 von der Stadt Rodgau in Rechnung gestellt. Die TGS ist dieser Verpflichtung schon immer nachgekommen und hat 2008 mehr als 2500 Euro für Brandwachen gezahlt. Aber auch im Foyer könnte es zu einschneidenden Veränderungen kommen. Diese sollen mit der Bauaufsicht und einem Fachingenieur noch im November geklärt werden. Jürgen Follmann erklärte in diesem Zusammenhang: „Die Maßnahmen können bei einer Kernsanierung bis zu 1,5 Millionen Euro kosten.“ Ob die im letzten Jahr beschlossene Renovierung, die Kreis und Land mit 65.000 Euro bezuschussen, noch ausgeführt wird, will Liegenschaftsverwalter Peter Döbert in den nächsten Wochen klären.

Quelle: op-online.de

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