Abschied von der Kirche

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Raphael N‘ Gandaonya (links) hat sich in der Gemeinde St. Matthias sehr wohl gefühlt. „Die Menschen hier haben mir Mut gemacht. Sie sind mir ans Herz gewachsen“, sagt der 65-Jährige. Pfarrer Dr. Peter Eckstein verabschiedet ihn.

Nieder-Roden (bp) ‐ Der Gottesdienst in der Kirche St. Matthias steht am morgigen Sonntag, 10.30 Uhr, unter besonderen Vorzeichen. Die Gemeinde verabschiedet bei dieser Gelegenheit ihren langjährigen Küster Raphael N‘ Gandaonya.

Der 65-Jährige diente der Kirche seit 1986. Drei Jahre zuvor war er als politisch verfolgter Asylant in die Bundesrepublik gekommen. „Inzwischen ist er eine Institution. Wir werden ihn sehr vermissen“, lobt Pfarrer Dr. Peter Eckstein. „Besonders den Messdienern blutet das Herz.“

Im Herbst soll dem Abschied am Sonntag eine Party folgen, im April 2011 geht Raphael N‘ Gandaonya dann zurück in sein Heimatdorf Luwilo in der Provinz Kasai in der demokratischen Republik Kongo. Dies wird allerdings nur auf Zeit sein. Der gelernte Gesundheitsingenieur möchte in seiner Heimat ein Dorfgemeinschaftshaus aufbauen und dann nach Deutschland zurückkehren.

In den zurückliegenden Jahren haben seine Frau Nada und er Geld für das ehrgeizige Hilfsprojekt gespart. „Die Armut zuhause ist sehr groß. Ich möchte für die Menschen etwas tun“, beschreibt der frühere Sanitätsoffizier in der Kongolesischen Armee seine Motive. Er denkt darüber nach, später auch die Landwirtschaft in seinem Dorf zu befördern. „Bohnenanbau, Schweinezucht, Geflügelzucht möchte ich aufbauen. Auch ein Wasserbrunnen muss gebohrt werden.“

Eine Presse für einfache Ziegelsteine hat er in Spanien bereits erworben und in die Heimat geschickt. Damit sollen Steine für das Gemeinschaftshaus hergestellt werden. Auch ein ausgedienter Bundeswehr-Unimog wird dort gute Dienste leisten. Und das Wichtigste: „Ich habe schon viele Helfer gefunden“, sagt der engagierte Mann. „Ich kann ihnen zwar kein Geld für ihre Arbeit bezahlen. Aber sie möchten mich auch so unterstützen. Sie sind - wie ich - mit Begeisterung dabei.“

Quelle: op-online.de

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