Fahrradklimatests des ADFC

Radler geben Note „befriedigend“

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Mit zwei Rädern auf dem Fahrradstreifen: Alltag an der Benzstraße in Nieder-Roden. 

Rodgau/Rödermark - Im bundesweiten Fahrradklimatest des ADFC liegen die Städte Rodgau und Rödermark im oberen Mittelfeld. In einer Schulnotenskala von 1 bis 6 liegen sie mit 3,47 und 3,69 zwischen „befriedigend“ und „ausreichend“.

Unter 47 kleineren Städten und Gemeinden Hessens liegt Rodgau an zehnter Stelle, kreisweit belegt sie den vierten Platz. Der Fahrradklimatest fand im Herbst 2012 zum vierten Mal statt. Nach Angaben des ADFC ist die Umfrage die größte deutschen Erhebung zur Radverkehrssituation in Städten und Gemeinden. Mehr als 80.000 Radfahrer beteiligten sich an der Umfrage. Sie beantworteten 27 Fragen mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend),

Mit der Umfrage wollte der ADFC einen Überblick gewinnen, wie Bürger die Verkehrssituation vor Ort einschätzen. Die Grundfrage: „Wie wohl fühlen Sie sich als Radfahrer in Ihrer Stadt oder Gemeinde?“ Damit ein Ort in die Wertung eingeht, musste eine bestimmte Mindestteilnehmerzahl erreicht werden. Für Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern waren 50 Antworten erforderlich. Insgesamt wurden Ergebnisse aus 332 Kommunen ausgewertet.

Die Gesamtwertung für Rodgau hat sich gegenüber der vorangegangenen Umfrage 2005 fast nicht geändert, wie ADFC-Ortsvorsitzender Stefan Janke berichtet. In manchen Details gebe es jedoch durchaus Unterschiede. Besonders krass: Bei der Frage nach der Förderung des Radverkehrs habe sich der Wert um eine ganze Note verschlechtert (von 2,97 auf 4,03).

Radwege sind oft Stückwerk, wie hier am Kreisel in Dudenhofen.

Jankes Fazit: „Aufgrund der vielen Stadtteilzentren ist Rodgau die Stadt der kurzen Wege. Die Wege zwischen den Stadtteilen sind ebenfalls sehr gut für den Radverkehr geeignet, ebenso wie die vielen Radwanderrouten im Umkreis. Es macht Spaß, in Rodgau Rad zu fahren und der ADFC Rodgau wird die Stadt Rodgau darin unterstützen, dass es so bleibt. Geeignete Fahrrad-Abstellanlagen sind leider an Bau- und Großmärkten, aber auch vielfach im Fachhandel nicht vorhanden und manche Autofahrer schneiden Radfahrer, überholen immer noch fast ohne Seitenabstand und stellen ihr Fahrzeug unbehelligt auf Wegen anderer Verkehrsteilnehmer ab.“

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Schlechte Noten gab es in der Umfrage für die Verkehrsführung entlang von Baustellen, eine unregelmäßige Reinigung der Wege und mangelnden Winterdienst. Mit dieser pauschalen Bewertung könne die Stadtverwaltung wenig anfangen, sagte Pressesprecherin Sabine Fischer gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Für konkrete Hinweise von Fahrradfahrern sei die Verwaltung dankbar. So sei beim Fachdienst für öffentliche Sicherheit und Ordnung keine erhöhte Anzahl an Beschwerden eingegangen, weder zur Verkehrsführung an Baustellen noch zu Falschparkern auf Radwegen. An einer Baustelle könne man einem Radler zumuten, auch mal ein paar Meter zu schieben. Und beim Winterdienst hätten Schulwege Vorrang. „Wir sind keine Radfahrerstadt, wir werden es bei zwölf Kilometern Länge auch nie werden“, so Sabine Fischer. Dennoch lege die Stadt großen Wert auf den Radverkehr: „Wenn wir Straßen neu planen, wird der ADFC direkt mit ins Boot geholt.“

Rödermark schneidet in der Umfrage geringfügig schlechter als Rodgau ab. Immerhin: Radfahren macht auch dort eher Spaß als Stress, die Wegweiser kommen gut an. Keine guten Noten gibt es für Falschparker auf Radwegen, die Baustellenführung für Radfahrer und den Winterdienst.

eh

Quelle: op-online.de

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