170 Räder im Jahr vom ADFC registriert

Feine Fräsarbeit für mehr Sicherheit

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Bei der Kodierung von Fahrrädern ist Präzisionsarbeit gefragt. Zeichen für Zeichen fräst Armin Röhnke in den Rahmen oder das Sattelrohr.

Jügesheim - Ein ordentliches Fahrradschloss ist gut, aber sicher ist sicher. So denken offenbar immer mehr Rodgauer Fahrradbesitzer. Bei der ersten Fahrradkodierung des Jahres verzeichnete der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) guten Zulauf.

Gut eine Stunde nach dem Start bei Sport aktiv an der Ludwigstraße hatten sich fast 20 Pedalisten eine Nummer geholt. Ilse Röhnke, stellvertretende Vorsitzender des Rodgauer ADFC mit rund 200 Mitgliedern, wundert sich nicht darüber. Sie ist seit 15 Jahren aktiv dabei und hat stetig zunehmendes Interesse an dieser Form der Diebstahlsprävention registriert.
Die meisten Kunden sind nach ihren Worten Menschen, die sich ein hochwertiges Fahrrad gekauft haben. „Wir sehen aber auch 20 oder 30 Jahre alte Räder“, berichtet Röhnke, „an denen der Besitzer mit Herzblut hängt“. Überproportional steige seit einigen Jahren der Anteil der praktischen, aber nicht billigen E-Bikes.

Wichtig ist den meisten Radlern nach den Erfahrungen der Vorstandsfrau der Abschreckungseffekt – die Hoffnung, dass die eingravierte Codenummer am Rahmen oder am Sattelrohr die Langfinger zögern lässt. Das funktioniert laut Röhnke auch oft – aber nur, weil dahinter ein erprobtes und effektives System stecke. Die Zahlen- und Buchstabenreihen, die ihr Mann Armin mittels Schablonen Zeichen für Zeichen ins Metall fräst, folgen einem festen Schema: Für den Wohnort und sogar die Straße, in der der Besitzer wohnt, gibt es feste Zifferngruppen. Dazu kommen die Initialen des Eigentümers und die aktuelle Jahreszahl. So ist jeder Code individuell und wird beim ADFC zentral registriert. Bei Kontrollen oder beim Auffinden herrenloser Fahrräder kann die Polizei jederzeit anfragen.

Tut sie auch oft, weiß Ilse Röhnke. Auch Versicherungen melden sich regelmäßig beim ADFC, denn die Daten sind verlässlich. Wer sein Bike bei den Kodieraktionen – acht bis neun gibt es im Raum Rodgau jedes Jahr – registrieren lassen will, muss seinen Personalausweis vorlegen und auch die Kaufrechnung vorlegen, um zu beweisen, dass ihm das Rad tatsächlich gehört. Gibt es keinen Beleg mehr, weil das Velo schon älter ist oder gebaucht erworben wurde, gibt der Kunde eine Eigentumserklärung ab, die die Polizei dann überprüft.

Umsonst gibt es das Plus an Sicherheit nicht: Für konventionelle Fahrräder werden 13 Euro fällig, für Pedelecs 18 Euro. Der Attraktivität tut das kaum Abbruch. Allein in Rodgau hat der Club laut Röhnke im vergangenen Jahr rund 170 Räder mit einer Eigentümerkennung versehen und registriert. Das mag auch an den Angeboten liegen, die der ADFC bei solchen Gelegenheiten macht: Mitglieder zahlen grundsätzlich die Hälfte. Wer neu eintritt, bekommt das erste Fahrrad sogar kostenlos gekennzeichnet, das zweite zum halben Preis. (zrk)

Quelle: op-online.de

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