Ärger nach Adventsbummel: Zu viele „Trittbrettfahrer“

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Gerhard Lederer

Jügesheim (bp) - So schön der Jügesheimer Adventsbummel am vergangenen Wochenende auch war: Hinter der weihnachtlich-friedlichen Kulisse gab es mächtig Ärger. Der Rodgauer Gesamtgewerbeverein GHD hatte den Bummel nun zum zweiten Mal veranstaltet.

Schon vor einem Jahr gab es ein dickes finanzielles Minus. Nun meldet der GHD-Vorsitzende Gerhard Lederer abermals Verluste. Er dankt allen Beteiligten für deren großes Engagement und Herzblut, mit dem sie bei der Sache waren. Zugleich kritisiert er die „Trittbrettfahrer“, die zum Adventsbummel ihr Geschäft zwar geöffnet hatten, sich aber nicht an den Kosten des Budenzaubers beteiligten.

Her Lederer, wie fällt Ihre Bilanz zum Adventsbummel aus?

Im Prinzip sehr gut. Wir haben schöne Umsätze gemacht und es gab eine gute Resonanz aus dem Publikum. Als Veranstalter bin ich aber nicht ganz zufrieden. Es standen zu wenige Hütten im Ortskern von Jügesheim.

Es kamen ja gut 30 Hütten zusammen, wobei Sie bis auf den letzten Drücker weit weniger Anmeldungen hatten. Wo hat es gehakt?

Es gibt dafür mehrere Gründe. Wir hatten nur 18 Anmeldungen bis 14 Tage vor Beginn der Veranstaltung. Zum einen war das Wetter zu warm. Da kam die Weihnachtsstimmung wohl nicht so richtig auf. Zum anderen hatten wir die Kosten diesmal so angepasst, dass wir die Hoffnung hatten, plus minus Null herauszukommen.

Es gab im Vorfeld den Vorwurf, die Standgebühren seien viel zu hoch.

Die Gebühren waren für Landengeschäfte, die geöffnet hatten maximal 70 Euro. Für die Stände waren - je nach Größe - zwischen 37,50 und 75 Euro fällig. Hüttenmiete und Auf- und Abbaukosten kamen für diejenigen noch dazu, die sich eine Hütte mieten mussten.

Also waren auch Kosten dabei, die für den Veranstalter GHD durchlaufende Posten waren.

Genau so ist es. Wir haben die Hütten wieder vom Gewerbeverein Dudenhofen angemietet und haben sie genau zu dem Preis weitergegeben. Und natürlich mussten wir auch wieder eine Firma beauftragen, die die Hütten auf- und abbaut. Auch dieses Geld, das wir da eingenommen haben, ist gerade wieder an diese Firma weitergegeben worden.

Gehen Sie denn mit einer schwarzen Null heraus?

Nein, leider nicht. Wir haben ungefähr 30 Prozent Unterdeckung.

Aber die Geschäfte liefen doch gut. Woran liegt’s?

Ich bin selbst in Jügesheim aktiv und will hier keine Kollegenschelte betreiben. Als Vorsitzender des GHD muss ich aber sagen, dass viele Geschäftsleute in Jügesheim zum Adventsbummel am Samstag zwar ihre Geschäfte geöffnet und damit von der Veranstaltung profitiert haben, sich aber nicht an den Kosten beteiligt haben. Das Problem hatte ich schon bei meiner Eröffnungsrede angesprochen. Noch einmal, um nicht missverstanden zu werden: Es haben sich viele Leute ein Bein für den Adventsbummel ausgerissen, wofür ich dankbar bin. Andere haben nur profitiert, ohne sich wenigstens finanziell zu beteiligen. Das ist nicht in Ordnung.

Welche Konsequenz ziehen Sie daraus?

Unter diesen Umständen werde ich den Adventsbummel nicht mehr organisieren. Hier muss ein neues Konzept her. Einen Ansatz haben wir geliefert, indem die Vereine kostenlos teilnehmen konnten. Vereine mit eigener Hütte hatten null Kosten. Nur wer eine Hütte mieten musste, dem haben wir für uns durchlaufende Kosten in Rechnung gestellt.

Stellt dieser Rückschlag das große Ziel des GHD in Frage, als Dachverband der Gesamtgewerbeverein für alle Stadtteile zu werden?

Ich sehe das nicht als Rückschlag für den GHD, sondern als Rückschlag für den Adventsbummel, den ich in dieser Form in Frage stelle. Der GHD wird 2012 zum Beispiel den Tag des Unternehmens groß organisieren. Wir haben da heute schon tolle Zusagen.

Bilder vom Jügesheimer Adventsbummel

Jügesheimer Adventsbummel

Quelle: op-online.de

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