Vier Wochen Vorbereitungszeit reichen nicht

Adventsmarkt in Nieder-Roden fällt aus

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Nieder-Roden - Der Adventsmarkt in Nieder-Roden fällt diesmal aus. Nachdem Haupt-Organisator Günther Keller vom Arbeitskreis für Heimatkunde sich dafür aus Verärgerung über die Stadt nicht mehr zur Verfügung gestellt hat, kann auf die Schnelle kein Ersatz organisiert werden.

Die Interessengemeinschaft der Ortsvereine (IGEMO) hat vergangene Woche zwar noch einen Rettungsversuch unternommen. In einer eilends einberufenen Sondersitzung kam die Interessengruppe aber zu dem Schluss, „dass aufgrund der knapp bemessenen Zeit von nur vier Wochen ein ordnungsgemäßer Ablauf nicht zu gewährleisten ist. Somit kann der Adventsmarkt rund um die St.-Matthias-Kirche dieses Jahr zum erst Mal seit 2000 nicht stattfinden“, heißt es in einer Mitteilung der IGEMO.

Trotz dieser unschönen Entwicklung für den Veranstaltungskalender von Nieder-Roden, brachte der Abend etwas Erfreuliches mit sich. So erklärte sich ein Team junger, engagierter und motivierter Nieder-Röder bereit, Planung und Organisation des Adventsmarktes 2014 zu übernehmen. Nach einem Jahr Pause soll der Markt mit einem leicht veränderten Konzept und frischen Ideen wiederbelebt werden. Angedacht ist unter anderem die Anzahl der Aussteller durch eine frühzeitigere und breiter gefächerte Ansprache zu erhöhen und die Attraktivität durch zusätzliche Angebote und Aktionen zu steigern. „Somit ist es zwar bedauerlich, dass in diesem Jahr kein Adventsmarkt in Nieder-Roden stattfinden kann. Umso erfreulicher ist es jedoch, dass mit einem Neubeginn und frischem Wind im kommenden Jahr zu rechnen ist“, richtet die IGEMO den Blick nach vorn.

Günther Keller hatte sich zurückgezogen

Günther Keller hatte sich zurückgezogen, weil die Stadt nach dem Adventsmarkt 2012 gegen ihn ein Bußgeldverfahren eingeleitet hatte. Der Magistrat wirft Keller vor, dass er den Markt erst am 15. November anmeldete - und nicht am 10. November, wie es das hessische Gaststättengesetz will. Keller begründet die Verspätung damit, erst zu diesem Zeitpunkt habe festgestanden, dass der Markt überhaupt stattfinden könne. Zuvor sei die Teilnehmerzahl noch zu gering gewesen.

Wegen der verpassten Frist verhängte die Stadt 150 Euro Bußgeld. Keller legte Widerspruch ein. Das Bußgeld wurde neu festgesetzt: 75 Euro. Falls er nicht zahle, drohe Erzwingungshaft, schrieb der Magistrat. Doch diese Drohung verfing nicht. „Dann sitze ich’s eben ab“, reagierte der engagierte Ehrenamtler und machte daraus als Protokoller zur Fastnachtszeit sogar eine Ulknummer in der Bütt. Einen Tag vor seinem 60. Geburtstag erhielt er einen Brief vom Amtsgericht - das Verfahren wird jetzt dort bearbeitet. Keller empfindet das als Schikane. Das Ehrenamt werde behindert.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann indes hält das Bußgeld wegen der verspäteten Anmeldung des Markts 2012 für gerechtfertigt. Das hessische Gaststättengesetz schreibe eine Vier-Wochen-Frist für die Anzeige einer Veranstaltung vor. Keller habe diese Frist „nicht zum ersten Mal“ versäumt. Die Stadt habe den Heimatverein jüngst bei finanziellen Engpässen unbürokratisch unterstützt: mit 10.000 Euro Vereinsförderung beim Umbau des Heimatmuseums und durch Vermittlung einer Sparkassen-Spende.

bp

Quelle: op-online.de

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