Derzeit Kontrollen

Ärger um Brötchenweg: Zur Not sperren

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Der Brötchenweg in Hainhausen wird womöglich mit Pfosten gesperrt.

Hainhausen - Das Theater am Brötchenweg zwischen der Südtrasse und der Brüder-Grimm-Straße ist die Stadt jetzt leid. Derzeit verteilt sie an Falschfahrer kräftig Knöllchen. Sollte das nicht helfen, behalte sich die Stadt vor, die Piste notfalls mit Pfosten zu sperren.

Das kündigte gestern Erster Stadtrat Michael Schüßler an. Der Brötchenweg direkt an der Grenze zwischen Ortsbebauung und dem zukünftigen Neubaugebiet H 17 gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen, regt Leser unserer Zeitung zu Leserbriefen an und fordert Kontrollen durch die Ordnungspolizei. Letzteres geschieht seit einigen Jahren regelmäßig. Bis zu der aktuellen Einsatzserie der Ordnungshüter konnte der Eindruck entstehen, dass die Autofahrer einsichtig sind.

Auf dem für den Durchfahrtsverkehr gesperrten Weg wurden früher durchschnittlich zu unterschiedlichen Tageszeiten drei Verwarnungen in einem Zeitraum von bis zu zwei Stunden erteilt. Das Verhalten der Fahrzeugführer hat sich in diesem Jahr allerdings geändert, teilt die Stadt mit.

Bei den aktuellen Kontrollen, die seit März stattfinden, erhalten im Zwei-Stunden-Zeitraum zwischen zehn und 20 Autofahrer Strafzettel. Viele Autofahrer wenden schnell, sobald sie die Ordnungskräfte sehen und geben damit wenigstens zu erkennen, dass sie sich ihres verkehrswidrigen Verhaltens durchaus bewusst sind.

Verdeckte Kontrollen

Die Kontrollen erfolgen manchmal verdeckt, das heißt die Autofahrer werden am Ende des Weges herausgewunken, oder offen. Aber selbst bei den offenen Kontrollen nehmen Verkehrsteilnehmer lieber einen Strafzettel in Kauf, als sich an die Regeln zu halten. „Ich fahre 100 Mal im Monat durch, da kann ich drei oder vier Mal bezahlen.“ „Wir Anwohner haben die Straße mit Steuergeldern bezahlt, deswegen benutzen wir sie auch.“ oder gar „Unsinnige Durchfahrtsverbote werden nicht unterstützt“ seien übliche Reaktionen der Erwischten gegenüber den Ordnungspolizisten.

Auf der anderen Seite stünden die Befürworter des Durchfahrtsverbotes, heißt es in einer Pressemitteilung: „Fußgänger oder Radler begrüßen die Kontrollen, denn sie fühlen sich auf dem Weg, der eindeutig zu eng für Autoverkehr ist, unsicher, wenn ein Auto an ihnen vorbeifährt.“ Lediglich Radfahrer, Fußgänger und der Landwirte dürfen ihn befahren. Die Stadt kündigt weitere Kontrollen an. Danach werde abgewogen, „wie mit der Situation umzugehen ist“.

Der Brötchenweg hat eine unrühmliche Geschichte. Er wurde 2003/2004 für 70 000 Euro angelegt, ohne darüber nachzudenken, dass er für eine herkömmliche Straße viel zu schmal ist. Begegnungsverkehr ist dort nicht möglich. Nach langem Zögern wurde er deshalb 2006 für den Durchgangsverkehr gesperrt und erlangte als teuerster Feldweg der Republik zweifelhaften Ruhm.

Eine sinnvolle Lösung für den Weg wird es vermutlich erst geben, wenn das Neubaugebiet wächst. Wie diese Lösung aussehen könnte, vermochte Bürgermeister Jürgen Hoffmann gestern noch nicht zu sagen. Grund: Es ist für dieses Baugebiet noch nicht einmal der Bebauungsplan aufgestellt. Die Hessische Landgesellschaft versucht derzeit zunächst, die Grundstückseigentümer zu einigen, um Baureife für das Gebiet zu erreichen. 

(bp)

Quelle: op-online.de

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