Ärger im Nordosten Jügesheims

Briefstau hat ein Ende

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Die Flut derBriefe undWerbesendungenüberforderteinen Zustellerin Jügesheim.

Jügesheim - Pannen bei der Briefzustellung haben für Ärger im Nordosten Jügesheims gesorgt. Zwischen Wasserturm und Georg-Büchner-Schule blieb in der vergangenen Woche offenbar stapelweise Briefpost liegen. Jetzt hat die Deutsche Post auf Kritik von Kunden reagiert.

„Seit Montag ist der Zustellbezirk doppelt besetzt“, sagte Post-Pressesprecher Stefan Heß (Frankfurt) gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Nur zwei Mal kam der Briefträger letzte Woche in den Paul-Hindemith-Ring, wie Anwohner Klaus-Michael Bittner berichtet. Am Samstag hatte der Briefträger die Post der ganzen Woche dabei. Der älteste Brief trug den Stempel vom 22. August, war also neun Tage unterwegs. Das ist für die Betroffenen nicht nur ärgerlich, sondern erzeugt auch ein Gefühl der Ungewissheit. Bittner: „Wir wissen ja nicht, ob die Post vollständig ankommt.“

Seit zwei, drei Jahren gebe es immer wieder Probleme, berichtet Walter Franzl, der ebenfalls im Paul-Hindemith-Ring wohnt. Nun häuften sich die Aussetzer. „Es kann nicht sein, dass wir fast regelmäßig ein-, zweimal pro Woche keine Post bekommen“, ärgert er sich. So habe er diesen Montag vergebens auf die Zeitschrift „Focus“ gewartet. Die Werbeprospekte vom Samstag stapelten sich noch zwei Tage später auf dem Ablageschrank an der Georg-Büchner-Schule, wo der Briefträger normalerweise seine Taschen auffüllt.

Wertvolle Hinweise

Fassungslos reagierte Walter Franzl auf den Anblick vom Freitag: Neben dem Ablageschrank standen sechs oder sieben Kisten voller Briefe - ungeschützt und frei zum Zugriff. Franzl: „Jeder hätte Briefe herausnehmen und wegwerfen können.“ „Das wird sicher in dieser Form nicht mehr vorkommen“, verspricht Post-Pressesprecher Stefan Heß. Der neu eingestellte Fahrer, der die Ablagestellen bestücken solle, habe den Schlüssel nicht dabei gehabt. Gleich am Montag sei er vor Ort offiziell „belehrt“ worden - und zwar nicht nur von seinem Vorgesetzten, sondern auch im Beisein der Stellenleitung aus Frankfurt. Die Deutsche Post nehme diesen Vorfall sehr ernst, betont Heß: „Das Postgeheimnis ist ein hohes Gut.“

Hinweise aus der Bevölkerung wie jetzt in Jügesheim seien für die Post wertvoll, so Heß. Jeden Tag seien bundesweit rund 100.000 Zusteller unterwegs: „Unser Geschäft läuft vor aller Augen ab. Rückmeldungen der Kunden sind ein ganz wichtiger Kompass für uns.“ Der Sprecher bestätigt auch die lückenhafte Zustellung in der vergangenen Woche: „An drei Tagen hat das letzte Drittel des Bezirks keine Sendungen erhalten.“ Als Grund nennt er einen ungewöhnlich hohen Arbeitsanfall: „Am vergangenen Dienstag hatten wir extrem hohe Sendungsmengen. Das war im Briefzentrum Offenbach der stärkste Tag seit zweieinhalb Jahren.“ Dieses Arbeitspensum habe offensichtlich die Kräfte des Studenten überfordert, der als Urlaubsvertretung eingesetzt sei.

„Nach zehn Stunden reiner Zustellzeit darf er die Tour abbrechen“, erklärt Stefan Heß, „er muss sie aber am nächsten Tag an der gleichen Stelle fortsetzen.“ Die Aushilfskraft habe jedoch täglich von vorne angefangen und dadurch tagelang denselben Berg vor sich hergeschoben.

Dieser Briefstau ist nun aufgelöst. Damit dürfte auch die Shell-Tankstelle an der Weiskircher Straße wieder täglich Post erhalten. Nach den Pannen der letzten Woche befürchtet der Pächter, dass wichtige Briefe verlorengegangen sein könnten.

eh

Quelle: op-online.de

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