Bis zu 15.000 Patienten betroffen

Ärztlicher Notdienst muss bleiben

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Rodgau - Eine ärztliche Notdienstversorgung in Rodgau hält Bürgermeister Jürgen Hoffmann weiterhin für „zwingend notwendig“.

Mit diesen Worten reagierte er gestern auf die Absicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, die Notdienstzentralen im Kreis Offenbach auszudünnen. Nach Informationen unserer Zeitung sollen ab 2015 nur noch zwei Standorte an den Krankenhäusern in Seligenstadt und Langen übrig bleiben.

An der Informationspolitik der KV Hessen äußerte Hoffmann dezente Kritik: „Wir waren überrascht, von den Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zu lesen und hatten im Vorfeld keinerlei Informationen. Wir hätten es begrüßt, wenn die KVH die betroffenen Kommunen zu einer gemeinsamen Runde eingeladen und das Gespräch gesucht hätte.“ Für Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sei eine Verlagerung des Bereitschaftsdienstes nach Seligenstadt „keine gute Alternative“. Die Notdienstzentrale in Dudenhofen übernimmt den hausärztlichen Bereitschaftsdienst für Rodgau, Rödermark und Babenhausen nachts und an den Wochenenden. Sie wird von den niedergelassenen Ärzten in Selbstverwaltung betrieben. 70 bis 80 Ärzte tragen gemeinsam das Defizit von bis zu 200.000 Euro im Jahr (Stand: 2012). Eine Stellungnahme der Ärzteschaft war gestern nicht zu erhalten.

Die Auflösung der Notdienstzentrale würde 12.000 bis 15.000 Patienten betreffen. So viele nehmen jährlich in Dudenhofen die Akutversorgung in Anspruch. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte schon früher versucht, die Rodgauer Zentrale aufzulösen. Bereits zum 1. Juli 2005 wollte sie fünf der damals sieben Standorte im Kreis Offenbach schließen; die verbleibenden Zentralen in Seligenstadt und Langen sollten nur noch bis 23 Uhr für Patienten geöffnet sein. Ärzte, Patienten und Stadtparlament protestierten damals gegen diese Pläne.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Die Notdienstzentrale in der Friedberger Straße 30 gilt als eine der am besten ausgerüsteten Zentralen im Frankfurter Umland. Sie ist täglich von 18 Uhr bis 7 Uhr besetzt, mittwochs bereits ab 13 Uhr, freitags ab 15 Uhr und am Wochenende durchgehend. Unter der Woche ist mindestens ein Arzt vor Ort, am Wochenende zwei Ärzte. Hinzu kommen weitere Mitarbeiter. Zwei zusätzliche Ärzte sind ständig in Rufbereitschaft. Die Mediziner übernehmen auch Hausbesuche, an Wochenenden bis zu 20 pro Tag. Das Gebäude, in dem die Notdienstzentrale untergebracht ist, gehört seit 2001 der Stadt Rodgau. Die Kommune hatte es damals erworben, um die medizinische Versorgung ihrer Bürger zu sichern. Vor Jahren war ein Umzug in das geplante Ärztezentrum „Medicum Rodgau“ im Gespräch.

eh

Quelle: op-online.de

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