Afrika-Hirse in Dudenhofen

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Seit diesem Jahr lässt Beate Mahr neben ihren Äckern einen drei Meter breiten Blühstreifen stehen. So sollen Insekten zu ihrem Recht kommen.

Dudenhofen (pul) - Hirse aus Afrika und Südamerika bauen Ortslandwirtin Beate Mahr und ihr Ehemann Karl-Heinz auf ihren landwirtschaftlichen Nutzflächen an. Dabei beziehen sie das Saatgut über Südeuropa kommend aus der Andenregion.

Mit dem Anbau der weitestgehend trockenheitsresistenten Sorghum-Hirse bereiten sich die beiden auf den Klimawandel vor.

Erfahrungen sammeln für die Zukunft, nennt Karl-Heinz Mahr das laufende Projekt mit der afrikanischen Hirsesorte. Für ihn gilt es Pflanzen zu finden, die auf sandigen Böden gedeihen, zum Grundwasserschutz beitragen und zu Bioenergie verarbeitet werden können.

In niederschlagsarmen Jahren spielen die afrikanischen Sorten ihre Vorteile aus. Bei Trockenheit gehen sie nicht zugrunde, sondern verharren im aktuellen Wachstumsstadium und warten geduldig auf den nächsten Niederschlag. Dabei bilden die Pflanzen eine bis zu einem Meter lange Pfahlwurzel, die auch aus tieferen Bodenregionen das Nitrat aufnehmen kann, und somit positiv zum Grundwasserschutz beiträgt. Das Saatgut für die ursprünglich aus der afrikanischen Äquatorregion stammende Hirsesorte beziehen die Mahrs aus Italien, Frankreich und Ungarn. Dort erfolgt die Verarbeitung der Saat, die letztlich aus Südamerika, genau genommen aus Peru stammt.

Die Ernte wird an das Vieh verfüttert oder an die Biogasanlage in Mühlheim geliefert.

Dabei will Beate Mahr mit dem Vorurteil aufräumen, Nahrungspflanzen würden zu Energiegewinnung verbraucht. Bei Mais beispielsweise wird eine andere züchterische Linie für die Gasgewinnung verwendet, wie zur Nahrungsgewinnung.

Karl-Heinz Mahr kontrolliert das Wachstum der Sorghum-Hirse. Das Saatgut dazu stammt aus Peru.

Auch beim Getreide steht dem Bäcker für das Brot ein Eliteweizen zur Verfügung. Für andere Zwecke dient eine Getreidesorte, die züchterisch eher auf den mengenmäßigen Ertrag ausgelegt ist.
Neben den Kulturpflanzen blühen auf den Dudenhöfer Äckern seit diesem Sommer Sonnenblumen, Klatschmohn und Senf. Auch mit dem Ölrettich und dem Sommerraps will Beate Mahr der Natur wieder etwas zurückgeben. So suchen sich am Rande der Anbauflächen zahlreiche Insekten auf den etwa 1 000 Quadratmeter langen Blühstreifen ihre Nahrung.

Quelle: op-online.de

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