Die Kunst der Toleranz

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Mädchen der Gemeinde sangen „Islam heißt Frieden – Waffen sollen rosten“.

Jügesheim (pul) ‐ Sichtlich bemüht, den Islam in den Augen der Bevölkerung nicht mit Gewalt gleichzusetzen, zeigten sich die Veranstalter der ersten Friedenskonferenz in der Jügesheimer Anwar-Moschee. Die Ahmadiyya-Gemeinde (AMJ) mit ihrem örtlichen Vorsitzenden Masood Ahmad Tahir diskutierte mit Gästen über Wege zum Frieden auf der Welt.

Politiker wie die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und der designierte Bürgermeister Jürgen Hoffmann würdigten die Integrations- und Dialogbestrebungen in Rodgau und im Kreis Offenbach. Der Vorsitzende der AMJ Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser, bezeichnete hingegen die Abwesenheit des Friedens in der heutigen Welt als Krankheit und betonte die Friedensbotschaft des Koran.

Kontrovers verlief die Diskussion um die Stellung der Frauen in der heutigen Welt, wie die Unterbezahlung bei gleichen Jobs in Deutschland. Frauen sind in der AMJ offiziell gleichberechtigt und können auch politische Ämter bekleiden. Befremdlich für einige christliche Teilnehmer und ein Schwerpunkt der Diskussion war die Tatsache, dass die Muslima die Redebeiträge in einem anderen Stockwerk per Video-Übertragung verfolgten.

Diese Unterschiede in den islamischen und christlichen Kulturen gegenseitig anzuerkennen, sieht der katholische Pfarrer Dr. Peter Eckstein als die Kunst, Toleranz zu üben.

Ein einvernehmliches Schlusswort fand der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Göksal Arslan: Einwanderer müssten sich den Gebräuchen anpassen, die Einheimischen müssten ihnen die Zeit dafür geben.

Während drinnen eifrig diskutiert wurde, beginnen in Kürze die ersten Ausbesserungsarbeiten am Außenanstrich der Moschee. Gut ein Jahr nach der Eröffnung muss die grüne Kuppel mit einer Spezialfarbe nachgebessert werden. Die ursprünglich aufgetragene Farbe hält der Rodgauer Witterung nicht Stand.

Quelle: op-online.de

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