Dank Infoabend 53 neue Mitglieder

Aktion Rehkitz gut aufgestellt

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Mit langen Stangen suchen ehrenamtliche Helfer in Personenreihen die Wiesen nach Bodenbrütern und Rehkitzen ab.

Rodgau - Rechtzeitig vor der Mähsaison auf den Wiesen hat der Verein „Aktion Rehkitz“ zusätzliche Helfer rekrutiert. Mehr als 160 Freiwillige stehen bereit, um Wiesen nach Tieren abzusuchen, falls Landwirte dies wünschen.

Allein der jüngste Informationsabend in Nieder-Roden brachte dem Verein 53 neue Mitglieder. „Wir gehen nur, wenn wir angefordert werden“, betont Vorsitzender Dr. Karl Giebel. Je nach Wetterlage seien viele Helfer gleichzeitig gefordert: „Manchmal waren wir mit vier Gruppen parallel unterwegs.“ Wann sie mähen, können Landwirte oft nur kurzfristig entscheiden. Der Verein verständigt seine Helfer ausschließlich per E-Mail. Der Zeitaufwand für Telefonanrufe sei zu groß, begründet Giebel. Wer nicht per E-Mail erreichbar sei, könne ja einen Bekannten darum bitten, den Kontakt mit dem Verein zu halten.

Mit ihrer offensiven Öffentlichkeitsarbeit will die „Aktion Rehkitz“ nicht nur ehrenamtliche Helfer gewinnen. „Ich erhoffe mir auch, dass mancher Landwirt, der der ganzen Sache bisher ablehnend gegenüber gestanden ist, sich überzeugen lässt“, sagt Giebel.

Am Durchsuchen der Wiesen führt seiner Ansicht nach kein Weg vorbei. Maßnahmen zur Vergrämung und Verscheuchung der Tiere seien dann erfolglos, wenn die Kitze entweder zu klein sind, um von der Ricke weggeführt zu werden, oder sich später, ihrem Instinkt folgend, vor einer Mähmaschine ducken, statt zu fliehen.

Bei sehr großen Wiesen reiche es nicht aus, vor dem Mähen mit dem Hund durchzugehen. Nach Angaben von Hundeführern könne ein Jagdhund nur etwa 20 Minuten lang eine Wiese absuchen. Diese Zeit reiche nicht aus, um die zu schützenden Tiere zuverlässig aufzuspüren. „Hinzu kommt, dass Rehkitze in den ersten Lebenstagen nahezu keinen Eigengeruch haben“, erläutert Thomas Köthe, der zweite Vorsitzende des Vereins.

Die Helfer suchen nicht nur nach Rehkitzen, sondern auch nach Hasen und nach Vögeln, die auf dem Boden brüten. „Wir fassen kein Tier an“, betont Karl Giebel. Stattdessen werde der Landwirt oder der Jagdpächter verständigt. „Wir setzen Markierungsstangen und holen dann den Verantwortlichen. Der entscheidet dann, ob das Kitz liegen bleibt. Und er guckt am nächsten Morgen, ob das Kitz noch da liegt. Bisher waren die Kitze immer am nächsten Morgen weg, weil die Ricke sie in der Nacht geholt hatte.“

Die „Aktion Rehkitz“ bietet nicht nur in Rodgau gratis ihre Dienste an. Auch in Rödermark, Dietzenbach, Heusenstamm, Obertshausen Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen können sich Landwirte oder Jagdpächter an den Verein wenden. Helfer suchen die Wiesen am Vorabend der Mahd zu Fuß ab. Als Ergänzung kann ein Multikopter mit Wärmebildkamera verwendet werden.

„Wie die letzten beiden Jahre gezeigt haben, kann damit vielen Tieren das Leben gerettet werden“, so Thomas Köthe. Die Helfer bräuchten keine besonderen Vorkenntnisse. „Zwei Stunden Bewegung abends an der frischen Luft tun mir gut und dienen einer guten Sache“, ergänzt Tierfreundin Heidi Nickeleit (Rödermark), die seit zwei Jahren regelmäßig mithilft. (eh)

Quelle: op-online.de

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