Aktion „Sauberhaftes Rodgau“ ist angelaufen

Unerfreulich viele Dreck-Funde

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Jarno Böyng fand Autoteile und ein Straßenschild im Gebüsch.

Rodgau - Die Aktion „sauberhaftes Rodgau“ geht in die nächste Runde. Vom 24. März bis zum 21. April können Bürger eigenhändig dazu beitragen, das Stadtgebiet von Abfällen zu säubern. Vor einem Jahr machten dabei rund 600 Leute mit.

Auftaktveranstaltung war diesmal in der Radsporthalle an der Elbinger Straße. Danach ging’s mit Greifzange und Müllsack auf Tour. Bürgermeister Jürgen Hoffmann und die Sportfreunde Rodgau haben den Startschuss zur aktuellen Aktion „Sauberhaftes Rodgau“ gegeben. Offizieller Beginn war am vergangenen Samstag in der Radsporthalle. Von dort starteten zwei Touren: eine rund um die Radsporthalle, die zweite Richtung S-Bahn-Station Jügesheim. Die Ahmadiyya-Gemeinde und Familie Walter sammelten hingegen im Industriegebiet.

Tags zuvor hatte bereits eine Gruppe der Unabhängigen Evangelischen Gemeinde Rodgau entlang der Rodau von Jügesheim nach Hainhausen und entlang der Bahnlinie von Jügesheim nach Hainhausen gearbeitet. In der Radsporthalle der Sportfreunde fanden sich zum Auftakt etwa 50 Bürger ein, die dem Aufruf der Stadtwerke gefolgt waren. Sie säuberten Straßen und Wegränder vom Müll. Mit Abfallsäcken und Greifzangen ausgerüstet, ging es in grell-orangenen Warnwesten durch die Straßen.

Besonders viel Arbeit hatten die Ehrenamtler auf dem schmalen Grünstreifen gegenüber der AOK in der Eisenbahnstraße. Das Gebüsch war eine Fundgrube voll von Lebensmittelverpackungen und Zigarettenschachteln. Mitten in Jügesheim und entlang einer stark befahrenen Straße wurden alte Autoreifen ins Gebüsch geworfen. Die Teilnehmer der Putzaktion zogen sie aus dem Gestrüpp und sammelten sie zum Abtransport. Dazu gesellte sich ein herausgerissenes Verkehrsschild, ein Schild mit dem Straßennamen Neue Mainzer Straße, und auch ein Schlüsselbund wurde gefunden.

Die Freitag-Gruppe von der Unabhängigen Evangelischen Gemeinde konnte den offiziellen Startschuss gar nicht abwarten. Mit der Stärke von zwei Dutzend Ehrenamtlichen dürften sie sich sehr gut positioniert haben in Bezug auf den inoffiziellen Wettbewerb um die personenstärkste Sammelgruppe. Mit Manfred Rupp befand sich ein alter Bekannter unter den Saubermännern. Er steht quasi als Springer den Stadtwerken zur Verfügung und sammelt dort, wo Not am Mann ist. Am Samstag fand er einen Einkaufskorb eines Supermarkts. Der rollende Transportbehälter wurde dem Eigentümer zurückgebracht.

Bilder: Frühjahrsputz in Rödermark

Mit dabei war erneut Familie Böyng. Sohn Jarno war im vergangenen Jahr Ehrengast bei der Aktion. Der Schüler hatte damals am Finkensee in Hainhausen die Initiative ergriffen und den dort von Schmutzfinken weggeworfenen Müll eigenhändig aufgelesen. Das Altglas wanderte in den Container, und den gesammelten Müll packte er in Säcke. Diese holte damals die Stadt ab. Auch diesmal zeigte Familie Böyng Flagge und säuberte Rodgau entlang der Bahnlinie.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann dankte den Sportfreunden für die Bereitstellung ihrer Halle, den Bürgern und den Mitarbeitern der Stadtwerke. Erst einen Tag vor der Aktion hatte den Verwaltungschef die E-Mail eines Rodgauers erreicht, der sich über Müll beklagte. Der Mann hatte Besuch bekommen, den er vom Bahnhof Jügesheim abholte. Dort musste er sich wegen des übermäßigen Drecks regelrecht schämen. „Die Mitarbeiter des Bauhofs können nicht immer an allen Stellen gleichzeitig sein, um jeden Pizzakarton wegzuräumen“, erläuterte Hoffmann mit Bedauern. „Aber wir geben nicht auf.“ (bp)

Quelle: op-online.de

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