Fehlende Infos

Alarm beim Prinzenball zeigt Fehler auf

Jügesheim - Der Feueralarm während des Prinzenballs am Samstag hat einen unzulänglichen Informationsfluss zwischen Stadt- und Kreisverwaltung deutlich gemacht. Die Technik funktionierte zwar, doch es haperte an Informationen über die Bedienung.

Nach dem Alarm kurz nach 22 Uhr mühten sich Feuerwehrleute nach Kräften, die Brandmeldeanlage im Keller unter der Aula der Georg-Büchner-Schule (GBS) zurückzusetzen. Währenddessen wurde das Wohngebiet an der Schule mit lauten Warntönen beschallt. Die 450 Gäste der Tanzveranstaltung froren im Freien – 20 Minuten lang.
„Die Haustechnik hat bestens funktioniert“, berichtet Ursula Luh von der Pressestelle des Kreises Offenbach: „Es war kein Fehlalarm. Ein Rauchmelder hat ausgelöst.“ Daraufhin seien automatisch die Alarmhörner in Gang gesetzt und die Abzugsklappen für Rauch und Wärme geöffnet worden.

Warum der Rauchmelder Alarm schlug, lässt sich nur vermuten. Möglicherweise reagierten die Sensoren auf die Kombination aus Bühnennebel und Wärme im Saal. Das Problem am Samstag; Im Gegensatz zu den Brandmeldeanlagen in Fabriken oder Altenheimen hat die Anlage in der Aula kein übliches Feuerwehr-Bedienfeld. Sie muss es auch nicht haben, weil sie nicht mit der Rettungsleitstelle verbunden ist.

Während des Schulbetriebs ist es Sache des Hausmeisters, die Anlage bei Bedarf zurückzusetzen. Bei externen Veranstaltungen ist dafür die Stadt zuständig.

Seit 1. Januar muss die Stadt bei größeren Veranstaltungen in den Bürgerhäusern und in der GBS-Aula mit einem sogenannten Veranstaltungsleiter präsent sein. Er ist für die Sicherheit und die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich. Sechs städtische Mitarbeiter haben dafür eine zweitägige Fortbildung besucht. Allerdings fehlte offenbar eine Schulung an der Brandmeldeanlage.

Der Alarm vom Samstag habe auch sein Gutes, sagt Stadt-Pressesprecherin Sabine Hooke. Er habe Probleme sichtbar gemacht: „Für uns heißt das, wir haben Nachholbedarf, den wir natürlich sofort erfüllen.“ Die städtische Gebäudewirtschaft werde sich mit der Georg-Büchner-Schule noch einmal intensiver beschäftigen. Dabei gehe es auch um die Frage, was bei Vorkommnissen im Schulhaus zu tun sei: „Fürs Hauptgebäude haben wir keinen Schlüssel.“

Solche Fragen müssen nicht nur in der GBS geklärt sein. Die Stadt vergibt auch Räume in anderen Gebäuden, die dem Kreis gehören. Dazu zählen Schulturnhallen und Cafeterias der Grundschulen.

Bilder zum JSK Prinzenball

Warum ist die Georg-Büchner-Schule nicht an die Rettungsleitstelle angeschlossen? Kreis-Pressesprecherin Ursula Luh hat dafür eine einfache Erklärung: Das sei weder üblich noch erforderlich. Die direkte Alarmverbindung sei lediglich bei Förderschulen vorgeschrieben. Während des Schulbetriebs sei stets ein Hausmeister vor Ort; eine Brandschutzordnung regele das Vorgehen im Alarmfall.

Von den Saalbauten der Stadt Rodgau verfügt lediglich das Bürgerhaus Nieder-Roden über eine automatische Brandmeldeanlage, die auf die Leitstelle aufgeschaltet ist. In Dudenhofen und Weiskirchen gibt es nur handbediente Feuermelder mit Druckknopf – so, wie es die Kreisbehörde zum vorbeugenden Brandschutz vorgeschrieben hat. (eh)

Quelle: op-online.de

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