Alles dreht sich ums Fahrrad

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Bei Familie Schnur in Dudenhofen kommt kein Fahrrad unrepariert davon. Am Samstag feiern die Rad-Experten das 100-jährige Bestehen ihres Traditionsgeschäfts. Die Seniorchefs Heinz und Gerlinde Schnur bei der Reparatur eines Drahtesels.

Dudenhofen - (pul) Hundertjährige Geschäftsjubiläen sind im Einzelhandel eine Seltenheit. Bei Fahrrad Schnur im Nachtigallenweg ist es am Samstag aber so weit.

Wenn im Hof der Hausnummer 24 ab 10 Uhr für das leibliche Wohl der Gäste und Besucher gesorgt wird, dann existiert der Fahrradverkauf in Dudenhofen 100 Jahre.

FAKTEN

Erfunden hat das einspurige Zweirad der Mannheimer Freiherr Karl Drais im Jahr 1817.

Der Fahrer saß zwischen den Rädern dieses ersten Laufrads und stieß sich mit den Füßen am Boden ab.

Das Statistische Bundesamt zählte 2007 in Deutschland 66,8 Millionen Fahrräder. Im Jahr 2000 waren es 60,8 Millionen Räder.

Das Schmuckstück hängt heute noch in den Räumlichkeiten bei Fahrrad Schnur an der Wand. Das vergilbte Foto im schicken goldverzierten Rahmen zeigt die Mitglieder des Radfahrerclubs „Einigkeit Dudenhofen“ bei deren Fahnenweihe. Den Verein gründete Ludwig Wendel Kratz im Jahr 1911. Zwei Jahre zuvor stampfte der Dudenhöfer sein Zweiradgeschäft aus dem Boden.

Seit 1976 hat sich schon einiges auf dem Markt verändert, weiß Heinz Schnur (68) aus eigener Erfahrung. Wenn auch seit sechs Jahren Tochter Simone Schnur-Seibel (39) das Unternehmen führt, so übernahm der Schlossermeister 1976 die Zügel von seinem Schwiegervater: „Besonders die Elektrounterstützung an Rädern wird heute häufig gesucht“, berichtet Heinz Schnur. Zuhause bequem aufladbar, unterstützt so ein „Fahrradmotor“ eine 60-Kilometer Tour. Und diese 60 Kilometer lassen sich mit heutigen 29-Gang-Kettenschaltungen deutlich komfortabler bewältigen, als Mitte der 70-er mit einer Drei-Gang-Nabenschaltung.

Simone Schnur-Seibel, Gerlinde Schnur und Michael Seibel.

Die Kundschaft blieb in den drei Jahrzehnten auch nicht auf der Stelle stehen. Spezielle City- und Trekkingbikes sind exakt der Anatomie der Kunden angepasst, ebenso die Kinder-, Mountain- und sogar Einräder, die am Samstag bereit stehen.
Dann gehört auch eine Fahrradcodierung durch den ADFC zum Programm, genau wie die Schau der historischen Lauf- und Hochräder aus dem frühen 19. Jahrhundert, die das Deutsche Fahrradmuseum Bad Brückenau zeigt.

Quelle: op-online.de

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