Altenheim auf dem Fußballplatz

Weiskirchen (eh) - Ein Altenpflegeheim mit 115 Betten soll auf dem Fußballplatz der Sportvereinigung Weiskirchen (SVW) entstehen. Außerdem sind ein kleineres Gebäude für betreutes Wohnen und sechs Reihenhäuser geplant.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung hat den Vorstand am Montagabend mit 26 : 2 Stimmen ermächtigt, ein gutes Viertel des Vereinsgeländes an Investoren zu verkaufen.

Albert Frühwacht, einer der beiden Vorsitzenden, hatte bereits in der Hauptversammlung im April angekündigt, dass es mit dem Grundstücksverkauf bald ernst wird. Vor sechs Jahren war erstmals im Gespräch gewesen, einen Teil des Geländes als Bauland zu verkaufen.

Idee eines Altenheims stößt auf Gegenliebe

Die Idee eines Altenheims im Norden Rodgaus stößt laut Frühwacht bei der Stadt auf Gegenliebe: „Für Weiskirchen und für unseren Verein ist es eine einmalige Chance, weit über das Finanzielle hinaus.“ Der Investor verfüge über 15 Jahre Erfahrung mit dem Bau und Betrieb von Altenpflegeheimen. Er habe überzeugende Referenzen vorgelegt. In einer großen Runde (14 Personen) im Rathaus hätten die Verantwortlichen ihre Unterstützung zugesagt. Allerdings müsse erst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Das dauere mindestens neun Monate.

Die Lage zwischen Sportplatz, Kindergarten und Kinderspielplatz sei für ein Altenheim ideal, zitiert Albert Frühwacht den Investor. Alte Menschen wollten am Leben teilhaben. Das sei auf diesem „Traumgrundstück“ gewährleistet. Denkbar sei auch eine Kooperation mit den Kindergärten in Form regelmäßiger Besuche im Heim.

Einen zweiten Investor im Gespräch

Die Sportvereinigung ist noch mit einem zweiten Investor im Gespräch. Er plant ein Gebäude für betreutes Wohnen sowie sechs Reihenhäuser zwischen dem Altenheim und der nahen Bundesstraße 45.

Insgesamt trennt sich der Verein laut Mitgliederbeschluss von „bis zu 7 800“ seiner 30 386 Quadratmeter. Davon gehen allein schon 1 100 Quadratmeter für die Erschließungsstraße ab. Der Vorstand hat den Auftrag, „einen bestmöglichen Preis zu erzielen“.

Eine große Alternative zum Grundstücksverkauf hat die SVW nicht. Als oberstes Ziel nennt Albert Frühwacht, „den Verein am Leben zu erhalten“ und die Sportanlagen zu modernisieren. Das Problem: Vor vielen Jahren habe die Sportvereinigung ein hohes Darlehen aufgenommen, um ein Hotel zu bauen. Der Verkauf des Hotels im vergangenen Jahr habe jedoch nicht ausgereicht, um die Restschuld zu tilgen. Zudem müsse die SVW noch eine Steuernachzahlung in Zusammenhang mit dem Hotel entrichten. Ohne den Geländeverkauf, so Frühwacht, drohe dem Verein das Aus.

Von finanziellen Lasten befreien

Die Sportvereinigungen will sich nicht nur von diesen finanziellen Lasten befreien. Der Verkaufserlös soll sie auch in die Lage versetzen, ihre Sportanlagen zu modernisieren. „Dann sind wir für die nächsten 20 Jahre gut aufgestellt“, erwartet Vorsitzender Frühwacht.

Es ist ja nicht nur der Fußballplatz, der auf dem kaputten Hartplatz praktisch von Grund auf neu angelegt werden muss. Auch die große Sporthalle ist in die Jahre gekommen: Der Vorhang ist nur einer von vielen Ausstattungsgegenständen, die auf eine Erneuerung warten. Der VAB-Club im Nachbarhaus kann ebenfalls eine Renovierung vertragen. Dort finden Kurse statt, mit denen die SVW neben ihren Mitgliedern auch viele andere Menschen anspricht.

Derzeit sammelt der Vorstand die Wünsche aus den Abteilungen. Dann will er die Vorhaben in einer Prioritätenliste nach Dringlichkeit ordnen. Albert Frühwacht: „Wir hoffen, dass wir alle ein bisschen glücklich machen können.“

Eine kritische Stimme in der Mitgliederversammlung hielt dem Vorstand entgegen, bei einem derart wichtigen Thema dürfe parallel zur Versammlung kein Sportbetrieb stattfinden. Dazu Vorsitzende Annemarie Jonas: „Jeder kann selbst entscheiden, ob er lieber Sport macht oder zur Mitgliederversammlung geht.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Rainer Sturm

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