Pflegeleichte Grabstätten liegen im Trend

Alter Friedhof Jügesheim wird neu belegt

Hier entsteht eine Gemeinschaftsgrabanlage für etwa 200 Urnen. Der markante rote Ahornbaum wird integriert. An der anderen Seite des Hauptwegs, in Richtung Norden, sind pflegeleichte Sarggräber vorgesehen.
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Hier entsteht eine Gemeinschaftsgrabanlage für etwa 200 Urnen. Der markante rote Ahornbaum wird integriert. An der anderen Seite des Hauptwegs, in Richtung Norden, sind pflegeleichte Sarggräber vorgesehen.

Auf dem alten Friedhof Jügesheim entsteht Platz für neue Gräber. Seit Juni ist das Gelände eine Baustelle. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Oktober.

Rodgau - Der Trend zu pflegeleichten Grabstätten setzt sich fort. Die beiden neuen Grabfelder sind so geplant, dass die Angehörigen wenig Arbeit haben. Gerade für ältere Menschen ist es im Sommer oft beschwerlich, täglich auf den Friedhof zu gehen und Gießkannen zu schleppen.

Das Bestattungsverhalten hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend geändert. Nur noch 21 Prozent der verstorbenen Rodgauer wurden im vergangenen Jahr im Sarg in der Erde bestattet. Vor 20 Jahren, 2001, hatten Erdbestattungen noch einen Anteil von 65 Prozent.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Jügesheim wider. In der Südhälfte des alten Friedhofs entsteht eine Gemeinschaftsanlage für etwa 200 Urnengrabstätten.

Eine Planskizze am Eingang zeigt einen ersten Eindruck davon, wie es werden soll. Das Urnengrabfeld hat aus der Vogelperspektive etwa die Form eines Auges. Ein geschwungener Weg führt zu einem kleinen Platz in der Mitte, an dem später eine künstlerisch gestaltete Stele errichtet werden soll. Eine leicht erhöhte, asymmetrisch ansteigende Natursteinmauer soll die Anlage einrahmen. Dazwischen werden Beete mit Blühstauden, Rosen und Gräsern angelegt. Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Ein markanter Ahornbaum mit rotem Laub wird in die Anlage integriert. Ergänzt wird er durch zwei weitere Bäume mit rotem Laub. Die Stadtwerke übernehmen die Pflege dieser Anlage.

Typisch für solche Gemeinschaftsgrabanlagen ist, dass die Urnen in einer gemeinsamen Fläche beigesetzt werden. Falls gewünscht, erinnern kleine Namensschilder an die Verstorbenen. Diese Plaketten werden einheitlich gestaltet. Sie sollen die Form von Rosenblättern erhalten, ähnlich wie in Hainhausen und Weiskirchen.

Neu auf dem alten Friedhof ist auch eine Fläche für pflegeleichte Sarggräber. Sie befindet sich nördlich des Hauptwegs und wurde in den vergangenen Monaten vorbereitet. 66 Verstorbene können dort ihre letzte Ruhe finden. Die pflegeleichten Sarggräber haben eine Oberfläche aus Rasen. Auf einem Streifen unmittelbar am Grabstein ist eine individuelle Bepflanzung möglich.

Bereits seit 2012 bieten die Stadt solche pflegeleichten Gräber an der Friedhofsmauer zur Weiskircher Straße an. Sie dürften in absehbarer Zeit voll belegt sein, sodass nun ein weiteres Gräberfeld für diese Bestattungsform hergerichtet wird.  (eh)

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