Amphibienteich im Stadtwald

Paradies für blaue Frösche

+
Still ruht der See: Mit 2 500 Quadratmetern Wasserfläche ist der neue Teich das größte Amphibiengewässer im Wald bei Nieder-Roden.

Nieder-Roden - Rodgau hat ein Herz für Frösche: Ein weiterer Amphibienteich im Stadtwald Nieder-Roden ist jetzt fertig. Im nächsten Frühjahr bietet er sich als Laichgewässer für den seltenen Moorfrosch an.

Das ist jene Froschart, deren Männchen sich zur Paarungszeit blau färben. Die „Blaumänner“ gibt es nur noch an zwei Stellen in Hessen. Das kleinere dieser Gebiete liegt zwischen Rodgau und Babenhausen. Allein in der Nähe des Frachtpostzentrums Nieder-Roden leben noch etwa 50 bis 100 Exemplare. Die Stadt Rodgau will den Lebensraum der Amphibien erweitern, um den Bestand zu sichern. Seit 2009 wurden fünf Feuchtgebiete und Gewässer für die Frösche hergerichtet.

Der neue Teich an der Grundseeschneise ist das größte dieser fünf Biotope. Seine Wasserfläche ist etwa 2.500 Quadratmeter groß. Die Stadt spricht in einer Pressemitteilung von einer „wechselfeuchten Teichanlage“. An seiner tiefsten Stelle ist der Tümpel 80 Zentimeter tief. Aber diese Wassertiefe wird nur in der niederschlagsreichen Zeit zwischen Herbst und Frühjahr erreicht. Wenn die Mulde im Sommer austrocknet, leben die Jungfrösche bereits an Land.

Stark bedroht

Der Moorfrosch gilt in Hessen als am stärksten bedrohte Amphibienart. Außer im Bereich Rodgau und Babenhausen kommt er nur noch am Kühkopf vor. Ein Sonderprogramm in Südhessen will das Überleben des Moorfroschs in der Region sichern. Jedes Jahr erstellt das Regierungspräsidium eine Übersicht der Maßnahmen aus dem Bewirtschaftungsplan Den Erfolg misst „Hessen-Forst - Forsteinrichtung und Naturschutz“ mit einem so genannten Moorfrosch-Monitoring, das jährlich stattfindet.

Zusammen mit Thomas Bobbe vom Planungsbüro für Gewässerökologie (Darmstadt) hat die Stadt Rodgau den neuen Teich als so genanntes Trittsteinbiotop angelegt. Er soll den Fröschen den Weg zu anderen Laichgründen eröffnen. Der Teich verbindet die Tümpel am Frachtpostzentrum mit weiteren Feuchtgebieten in der Morasthecke und im Naturschutzgebiet „Nieder-Rodener Lache“. Lage, Größe und der angrenzende Landlebensraum lassen hoffen, dass das wechselfeuchte Gewässer nach rund fünf Jahren vom Moorfrosch angenommen wird. So lange braucht es mindestens, um eine stabile Wasserqualität zu erreichen.

Das neue Laichgewässer hat rund 30.000 Euro gekostet. Das Geld stammt aus dem städtischen Fonds für Sonderprojekte in Wald und Flur. Die Untere Naturschutzbehörde hat das Vorhaben als Ausgleichsmaßnahme anerkannt. Das Ökokonto der Stadt Rodgau wächst dadurch um etwa 86.000 Biotopwertpunkte.

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

eh

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare