Anlaufschwierigkeiten nach der Fusion

Feuerwehr ist auf der Suche nach gut 1300 Euro

Rodgau - Die Feuerwehrvereine Hainhausen und Jügesheim verschmelzen zur Freiwilligen Feuerwehr Rodgau Jügesheim-Hainhausen e. V. Auf einer gemeinsamen Sitzung stimmten die Mitglieder in zwei geheimen Wahlen über den Zusammenschluss ab.

Den Neustart begleiten Misstöne, denn in der Kasse des Feuerwehrvereins Hainhausen fehlen gut 1 329 Euro. Das Geld war einst - mit Zustimmung des Finanzamts - in einen Fonds eingeflossen, der in Not geratenen Feuerwehrleuten helfen soll. Der Fonds entstand 1985 aus einem Überschuss des Kreisfeuerwehrtags.

Der Gesamtbetrag wurde in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Vor zwei Jahren wurde der Fonds - wieder in Absprache mit dem Finanzamt - aufgelöst. „Das Geld floss damals in den Ausbau des Gemeinschaftsraums „Florianstube“ der Feuerwehr im neuen Feuerwehrhaus Mitte“, berichtet der neue Vereinsvorsitzende Klaus Seemiller. „Am 26. Februar haben wir Geschäftsübergabe. Wir hoffen, dass sich dann der Verbleib der gut 1300 Euro klären lässt.“ Seemiller wundert sich, „dass uns in all den Jahren zuvor immer eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt worden ist.“

Alle Jügesheimer dafür, aber nicht alle Hainhäuser

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Bei der Versammlung zur Fusion stimmten alle 61 Jügesheimer Vereinsmitglieder für die Verschmelzung. Weniger einheitlich war das Bild bei den Hainhäusern. Von 55 abgegebenen Stimmen waren 47 dafür und acht dagegen. Mit diesem Ergebnis wurde dennoch die notwendige Dreiviertelmehrheit erreicht. Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die Brandschützer vor allem Vorteile und Chancen für die Zukunft. Zudem sei ein größerer Verein besser in der Lage, die Interessen der Feuerwehr nachhaltiger zu vertreten und das bürgerliche Engagement weiter zu fördern. Der neue Verein verfügt über 656 Mitglieder und setzt sich aus 290 Hainhäusern und 366 Jügesheimern zusammen.

Für eine kurze Schrecksekunde sorgte der Kassenbericht der Freiwilligen Feuerwehr Hainhausen. Aufgrund der nicht erklärbaren Wertberichtigung von 1 329,18 Euro auf einem der Vereinskonten stimmten 22 Vereinsmitglieder trotz Empfehlung der Kassenprüfer gegen eine Entlastung des Vorstands. Lediglich 17 stimmten dafür, 16 enthielten sich.

Anruf beim Notar schafft Klarheit

Die dann aufgekommene Frage, ob ein nicht entlasteter Vorstand beim Verschmelzungsvertrag überhaupt unterzeichnungsberechtigt sei, stiftete Unruhe und konnte erst durch einen Anruf beim Notar geklärt werden. Danach stand auch der Wahl des Vorstands der neuen Freiwilligen Feuerwehr Rodgau Jügesheim-Hainhausen e.V nichts mehr im Wege.

Unter der Leitung von Wahlleiter Ewald Simon konnte sich Klaus Semiller als 1. Vorsitzender durchsetzen. Markus Schönherr wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt, Jan Habicht zum Kassenwart, Tanja Nagel zur Schriftführerin und Lars Stoß zum Pressesprecher. Bernd Loos, Joachim Nöth und Karsten Szwerinski werden als Beisitzer tätig sein. Als letzter Punkt auf der Tagesordnung wurde noch dem Antrag von Markus Schönherr stattgegeben. Dieser hatte beantragt den Mindestmitgliedsbeitrag der Vereine auf zwölf Euro anzugleichen. Bislang zahlten Mitglieder in Hainhausen acht Euro, Jügesheimer dagegen mindestens 15 Euro pro Jahr. Mit fünf Gegenstimmen wurde auch diesem Antrag zugestimmt.

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bp/skk

Quelle: op-online.de

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