Anschlag mit der Kettensäge

Nieder-Roden (bp) - „25 Jahre Arbeit zerstört, einfach so. Wer macht so was?“ Der Besitzer der Streuobstwiese ist fassungslos. Unbekannte haben 18 Bäume auf seinem Gelände unweit der Bebauungsgrenze und der Frankfurter Straße abgesägt.

Der Mann möchte aus Furcht vor Repressalien nicht namentlich in der Zeitung genannt werden. Als er gestern das Unglück sieht, stehen ihm Tränen in den Augen. „Ich kann das nicht verstehen. “.

Offenbar hat der Gartenfreund Feinde. Immer wieder landet Bauschutt auf seinem nicht umzäunten Gelände zwischen Kieswerk und Katharinenhof. Auch Weihnachtsbäume musste der Grundstücksbesitzer schon von dem 2 000 Quadratmeter großen Areal wegräumen. „Da war noch Lametta dran. Das hat die Sachen sehr erschwert.“ Die Krönung in der Reihe der unliebsamen Vorfälle war eine skurrile Müllentsorgungsaktion im April 2010. Damals hatte dort irgendein Vogel die ausgeschlachtete Karosserie eines Smart auf einen Teppich gestellt, Tisch, zwei Stühle und einen PC darum herum gruppiert - fast wie in einem Wohnzimmer.

Polizei und Untere Naturschutzbehörde sind eingeschaltet

Manche wollten darin Kunst sehen. Die Arbeit und den Behördenärger aber hatte der Grundbesitzer. Er hat den Zeitaufwand von damals - von der Anzeige bei der Polizei bis zur Entsorgung des Krempels - zusammengezählt: 18 Stunden!

Auch jetzt sind die Polizei und die Untere Naturschutzbehörde wieder eingeschaltet worden. Der Baum-Frevel soll nicht unbestraft bleiben. Viel Hoffnung, dass der oder die Täter gefasst werden, hat der Schrebergärtner aber nicht. „Auch die Sache mit dem Smart ist ausgegangen wie das Hornberger Schießen.“

Eigentlich will der Mann inmitten penibel bestellter Felder mit seiner Streuobstfläche den Tieren einen natürlichen Unterschlupf bieten. Nur zweimal im Jahr wird dort gemäht. Offensichtlich stört sich jemand an dieser Art von Naturschutz.

Die jetzt abgesägten Bäume waren fast alle 25 Jahre alt und im Zuge einer Aktion des Naturschutzbunds gepflanzt worden. Jetzt hatten manche schon große Früchte getragen. Vor vier Wochen war der Inhaber letztmals auf dem Gelände. Da war alles noch in Ordnung. Am vergangenen Sonntag wollte er prüfen, wann er ernten kann. Und dann dieser Schock. Der Eigentümer überlegt, ob er die Parzelle nun verwildern lässt.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pelka

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