Mit dem Rad zur Arbeit

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Michael Gröschl (rechts) und Nicolai Merz sind überzeugte Radler.

Rodgau - „Die frische Luft auf dem Rad ist einfach herrlich“, sagt Markus Beck. Dann schiebt er sein Tourenrad in die städtische Fahrradgarage hinterm alten Lehrerhaus, setzt Helm und Rucksack ab und geht mit freiem Kopf an seinen Arbeitsplatz in der Hauptabteilung. Von Bernhard Pelka

Der 52-jährige ist einer von gut 50 Rathausmitarbeitern, die jeden Tag mit dem Zweirad zur Arbeit rollen. Über seinen Weg, den er von April bis Oktober täglich zwischen Offenbach-Bieber und Rodgau zurücklegt, kommt der Freizeitsportler geradezu ins Schwärmen.

Maximal 35 Minuten braucht Markus Beck von Bieber nach Rodgau.

„Man erlebt die Natur wesentlich intensiver als im Auto.“ Nicht zu vergessen der sportliche und der wirtschaftliche Aspekt. „Ich jogge regelmäßig. Da sind die 15 Kilometer Radfahren pro Strecke ein guter Ausgleich für mich. Außerdem steigen die Benzinpreise dauernd. Ich sehe nicht ein, dass ich den Konzernen das Geld nachwerfe.“ Rund 2 000 Kilometer spult Markus Beck pro Saison herunter. Die körperliche Anstrengung ist ihm willkommen. „Bis ich zuhause ankomme, ist der Stress vom Tag vergessen, beschreibt der überzeugte Pedaleur einen Vorzug der Fortbewegung auf nur zwei Rädern. „Außerdem schont man die Umwelt.“ Ein Kollege von ihm aus der Bauverwaltung nimmt die Sache noch wesentlich ernster. Der Mann radelt bei Wind und Wetter täglich von Hergershausen ins Rathaus. Im Winter zieht der Allwetter-Radler spezielle Spikereifen auf, die eine bessere Haftung verschaffen. Das schützt aber nicht immer vor Stürzen. „Ich habe ihn schon manchmal verarztet“, erinnert sich Markus Beck.

Sportliche und wirtschaftliche Momente sind es, die Becks Rathauskollegen Michael Gröschl begeistert strampeln lassen. Der hauptamtliche Feuerwehr-Gerätewart tritt seit dem Jahr 2 000 beim Weg zur Arbeit in die Pedale. Er nutzt das Rad auch in seiner Freizeit bevorzugt. „Ich muss fit sein für meinen Beruf. Ich trage bei Einsätzen ein Atemschutzgerät und den Chemikalienschutzanzug. Seit ich Rad fahre, fällt mir das alles leichter“, ist der stellvertretende Stadtbrandinspektor überzeugt. „Außerdem sieht man auf dem Rad viel mehr als im Auto.“

Hohe Spritpreise auch ein Grund

Solche Argumente waren bei der Wahl des Fortbewegungsmittels auch für Nicolai Merz ausschlaggebend. Der 19-Jährige absolviert bei der Feuerwehr gerade sein Freiwilliges Soziales Jahr und teilt sich mit seinem Bruder Florian ein Auto. „Bei den hohen Spritpreisen muss man sehen, wo man bleibt.“

Die Stadtverwaltung mag’s generell sportlich. Seit Jahren nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ und damit an einem Gewinnspiel teil. „Gewonnen hat noch keiner etwas - außer Fitness und Freundschaften“, sagt Stadtsprecherin Sabine Fischer. Aber das ist ja auch schon mal was . . .

Quelle: op-online.de

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