Arbeit mit greifbarem Ergebnis

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Voll konzentriert bei der Arbeit: Florian Cichorius sägt Innenleisten für den Koffer. Tischlermeister Detlef Schramm hat als Praxisanleiter alles im Blick.

Rodgau (eh) ‐   Hobeln, sägen, schrauben, schleifen, kleben: Nur noch wenige Handgriffe, bis das „Werkstück“ perfekt ist. Hellen Zwikirsch (20), Florian Cichorius (18) und Kai Werlé (19) sind konzentriert bei der Arbeit. Ihre Aufgabe: Sie sollen einen Aktenkoffer herstellen.

Der gesamte Koffer besteht aus Holz, einschließlich Tragegriff, Schloss und Nut-Federverbindung an den Kanten. Alles wird handgemacht - unter fachkundiger Anleitung von Tischlermeister Detlef Schramm. Holzbearbeitung ist nur eine Etappe im Beschäftigungsprojekt „Rodgau 16 plus“ der Stadt. Die einjährige Maßnahme mit Verlängerungsmöglichkeit will Jugendliche von 16 bis 27 Jahren nahtlos in eine Schul- oder Berufsausbildung oder einen Job vermitteln.

Hellen Zwikirsch ist stolz auf ihre Leistung. Sie will den fertigen Koffer ihrem Schwiegervater schenken: „Er hat mich auf „Rodgau 16 plus“ hingewiesen und damit will ich ihm zeigen, dass mir das gesamte Projekt viel bringt!“ Die Kenianerin bekam gerade ihre im Heimatland erworbene Schulbildung als Realschulabschluss vom Regierungspräsidium Darmstadt anerkannt. Nach der Maßnahme kann sie sich nun eine Ausbildung als Erzieherin gut vorstellen.

Ausbildungsbetrieb sagte kurzfristig ab

Ansprechpartnerin zu „Rodgau 16 plus“ im Rathaus ist Birgit Berberich-Haiser, Tel.: 693-1236, E-Mail: jugend berufsfoerderung@rodgau.de.

Auch Florian Cichorius und Kai Werlé wollen ihre Holzkoffer an Familienmitglieder verschenken. Ein gutes Gefühl, etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben! Kai Werlé ist in seiner Freizeit Mittelfeldspieler bei der SG Nieder-Roden und träumt insgeheim von einer Fußballkarriere. Der Hauptschulabsolvent hatte letztes Jahr sogar einen Ausbildungsvertrag für seinen Wunschberuf als Fahrzeuglackierer in der Tasche. Aber dann sagte der Ausbildungsbetrieb kurzfristig ab. „Die Abwrackprämie sei schuld, wurde mir gesagt“, bedauert er. Er hofft darauf, nach „Rodgau 16 plus“ wieder eine Lehrstelle im selben Bereich oder als Schreiner zu finden. Florian Cichorius macht im nächsten Jahr seinen Realschulabschluss nach. Auch er möchte gerne Erzieher werden.

Quelle: op-online.de

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