Arbeit mit Kindern im armen Bolivien

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Dort geht es hin: Susanne Schulze (19) wird in Bolivien in einem Kinderheim arbeiten.

Jügesheim ‐ Ein freundliches „Hola“ (Hallo) hat Susanne Schulze schon auf den Lippen. Ihre Spanischkenntnisse wird sie auch brauchen, wenn sie fünf Monate lang kleine Kinder in einem Heim in Bolivien betreuen wird. Von Andreas Pulwey

Umgang mit Menschen und soziale Dienste, das schwebt Susanne Schulze als berufliche Zukunft vor. Bei ihrem bisherigen Bürojob kam ihr das Zwischenmenschliche deutlich zu kurz. „Da hat man Kontakte nur am Telefon“, denkt sie an die von ihr empfundene Eintönigkeit zurück. Nun bricht sie auf zu neuen Ufern und sucht ihre berufliche Erfüllung. Ab Montag, 1. März, macht sie Sozialarbeit im Kinderheim „Hogar de la Esperanza“ (Heim der Hoffnung) und kombiniert den Dienst am Nächsten mit einer Intensivierung ihrer Spanischkenntnisse.

Zwei Jahre Sprachunterricht in der Geschwister-Scholl-Schule und eine Erweiterung des Wortschatzes während der Berufsausbildung in VHS-Kursen haben sie zumindest sprachlich auf die sechsmonatige Tour vorbereitet. Für die tägliche Arbeit mit den 150 Kindern in der bolivianischen Stadt Santa Cruz im Osten des Andenstaates braucht es aber noch mehr. In ihren Koffern befinden sich Moskitonetze, Malariatabletten und jede Menge Desinfektionsmittel.

Bau des Kinderheims nach europäischen Standards

Wer sein Obst in Bolivien essen will, muss es nicht nur waschen, sondern zunächst das Wasser reinigen. Dagegen genügt der Bau des Kinderheims schon eher europäischen Standards. Die Eltern der dort lebenden Kinder zwischen Null und 17 Jahren sitzen meistens im Kittchen und hatten mit Drogen zu tun. Susanne Schulze wird sich mit ihren drei jungen Mitstreiterinnen aus Deutschland um die Kleinen kümmern und ausgiebig mit ihnen spielen. Denn die vier hauptberuflichen Betreuerinnen vor Ort sind lediglich für eine Grundversorgung der Kinder verantwortlich.

Freude und Anspannung sind bei der 19-Jährigen jedenfalls schon riesengroß. Vor der Landung in Bolivien macht die gelernte Bürokauffrau aber noch einen Zwischenstopp in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro und besucht Guilherme Galuao Simoes, den Brasilianer, den Susannes Eltern Wolfgang und Heike aus der Egerstraße im vergangenen Jahr als Austauschschüler eine deutsche Heimat gegeben haben.

Schon damals lockte der Kontinent Südamerika Susanne Schulze, „um Spanisch zu lernen“, wie sie sagt. Jetzt packt sie noch einen drauf und trägt mit ihrer Arbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen minderbemittelter Kinder bei, die sich schon sehr über ein paar mitgebrachte Bauklötze freuen.

Quelle: op-online.de

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