Geschichte auf 16 Millimetern

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Günther und Rudi Keller sowie Heinz Murmann führten gerade den ersten Film über Alt-Nieder-Roden vor, als der Regen begann. Die Zuschauer auf dem Platz zwischen Kirche und Heimatmuseum packten ihre Schirme aus, und Murmann und die beiden Kellers den Projektor ein.

Nieder-Roden (pep) - Eine Reise zurück in das Jahr 1966 unternahmen die Zuschauer des Filmabends des Arbeitskreises für Heimatkunde. Als erstes hatte Heinz Murmann die Rolle mit dem 16-Millimeter-Film über das damalige Rathaus und den Abbruch des Spritzenhauses eingelegt.

Er übernahm damit die Aufgabe von Rudi Keller, der nicht nur über 40 Kilometer Film im Keller hat, sondern auch seit zehn Jahren bei Abenden wie diesen Erinnerungen wachgerufen und zu den Stummfilmen gesprochen hat. Für die Arbeit dankte der Arbeitskreis-Vorsitzende des Heimatvereins Günther Keller „seinem Rudi“.

Der inzwischen 80-jährige Rudi Keller hatte dem Umgang mit der Videotechnik seinerzeit von Heinz Murmann gezeigt bekommen, der aus beruflichen Gründen keine Zeit hatte. Inzwischen hat Murmann die Zeit dafür gefunden und filmt bereits wieder - sogar digital mit Ton. „Das ist ein absoluter Glücksfall. dass das nicht verloren geht“, freute sich Günther Keller.

Rudi Kellers Film aus dem Jahr 1966 zeigte, wie eng es im Zentrum von Nieder-Roden zuging. Das neue Rathaus wurde Wand an Wand mit dem alten gebaut.

Nach einer Rolle war am Freitag leider wetterbedingt Schluss. Die Filme von der Seniorenfastnacht im Café Werner 1972 und der Kerb im Schulhof 1993 blieben trocken verpackt. Als Entschädigung gab es nochmal einen Nachschlag beim Popcorn für den Heimweg. Testweise sollen nun ein oder zwei Filme digitalisiert werden, erklärte Günter Keller. Die Kosten trage der Verein, ebenso wie den personellen Aufwand. Falls das machbar ist und das Ergebnis zufriedenstellend, dann könne über weitere Filme nachgedacht werden.

Quelle: op-online.de

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