Von Asterix zu Elvis

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Die „Schelte auf die Jugend“ wurde zur Zeitreise zurück in die letzten 50 Jahre und ihre musikalischen und tänzerischen Highlights.

Dudenhofen (chz) ‐ Über vier Stunden knallbuntes Programm auf der Bühne des Bürgerhauses - wer so begabte Fastnachter wie der Rodgauer Carneval Club (RCC) „Die Knallkepp“ hat, kann aus dem Vollen schöpfen. Bei den Sitzungen der „Knallkepp“ ist das Allermeiste von Hand gemacht - nicht nur die komplette aufwändige und einfallsreiche Garderobe.

Auch jeder der zahllosen Tuschs kam direkt von der Bühne, nämlich von der Kapelle „Holidays“.

Zwölf Männer und Frauen waren allein für die umfangreiche Bühnentechnik zuständig, ebenso viele sorgten für die perfekte Maske - bei den groß angelegten Programmnummern eine wahre Aufgabe, ebenso wie fürs Garderobenteam. Vieles in fester Hand hat dabei das Ehepaar Gonschorek: RCC-Vorsitzender Manfred Gonschorek moderierte gemeinsam mit seiner bewährten Partnerin, Ex-Prinzessin Miriam Seib, die Sitzung, während Ehefrau Rita sich nicht nur lebhaft um das Team fürs leibliche Wohl kümmerte, sondern auch als Protokollerin für Informationen aus aller Welt sorgte. Und gefielen ihr die Nachrichten aus dem Weißen Haus oder vom Rodgauer Bahnpädchen nicht, wurde es feucht: „Ei, was reg ich mich dann uff? Gießkann raus un Wasser druff!“

Der Elferrat eröffnete den Abend mit Originalzubehör und einem mit Erinnerungen gespickten Rückblick auf den Mauerfall vor 20 Jahren. Längst bekannt für all jene Moritaten, die eben nicht in der Presse stehen, sind die Bänkelsänger, die mit übergroßen Zeichnungen und zauberhaften Kostümen das Ortsgeschehen aufleben ließen.

An ein skurriles Weihnachten erinnerten sich „Die Aale“ (Linda Geis und Gerd Haller) zurück - hatte der neue Schwitzkasten doch fatale Folgen gezeitigt. Eine Rückschau auf 50 Jahre Musik und Tanz und die Erinnerungen von Opa und Enkel brachten „Rappel die Bix“, Jan Zschiesche und Thorsten Keh mit ihrem Team ganz junger Musiker auf die Bühne.

Zentraler Höhepunkt: die Geschichte rund um Caesar und Cleopatra und das kleine unerbittliche Dorf, in dem Asterix, Obelix und die restlichen Gallier dem Feind trutzen - aufwändig und wunderbar vorgestellt von den „Rodgau-Finken“.

Ähnlich überwältigend präsentierten sich die „Wutzegrunzer“, die Frauengesangsgruppe der „Knallkepp“, die mit ihren „vorlaute Ferkelscher“ in überdimensionalen Kinderwägen auf dem Spielplatz ihre Erfahrungen austauschten - Mütter wie „Kinder“.

Fastnachtsgäste aus Mainflingen präsentierten zudem das närrische Seniorenheim und eine Erinnerung an den Urlaub in der Dominikanischen Republik, und die „dicke Sophie“ erzählte vom Leben einer frechen Göre.

Temperamentvoll aufgepeppt wurde dieses Mammutprogramm von zahlreichen Tänzerinnen und Tänzern: Die Nachwuchsgruppe „Twisters“ legte gekonnt einen klassischen Gardetanz auf die Bretter und zog aber auch zu „Mission Impossible“ eine große Bühnenshow ab. Mit „Love Vegas“ erzählten auch die Showtanzgruppe „CC-Dancers“ eine ganze Geschichte - schöne Choreographie und optischer Leckerbissen nicht nur für Männer, nachdem erstmalig auch ein Tänzer die Gruppe vervollständigte.

Mit der Elvis-Show des „Metaxa-Balletts“ - stramme Männerwaden unter bunten Tupfenkleidchen und der King of Rock nahezu lebensecht - endete ein pralles Fastnachtsprogramm, das mit einem großen Bühnenfinale aller Akteure ausklang.

Schon am Freitagabend genossen rund 300 gut zu begeisternde Gäste dieses Spektakel; am Samstag waren es schließlich über 400 in dem über die zweite Bühne erweiterten Bürgerhaus und gaben dem Rodgauer Carneval Club die wohlverdiente Ehre.

Quelle: op-online.de

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