Auch lahme Enten landen im Ziel

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Logenplatz über der Ziellinie: Von der Fußgängerbrücke im Rodau-Park aus konnte man das Entenrennen gut beobachten.

Jügesheim - In die Rodau, fertig, los: Gut 1 800 gelbe Badeenten tauschten gestern die warme Badewanne gegen den kühlen Bach ein. Das fünfte Entenrennen der evangelischen Emmausgemeinde spülte wieder mehrere tausend Euro in die Kassen des Gemeindeaufbauvereins. Von Ekkehard Wolf

In brütender Hitze hätte mancher Zuschauer am Ufer wohl gern mit den Enten getauscht und die Zehen ins Wasser gesteckt. Die meisten zogen es dann aber doch vor, sich mit kühlen Getränken zu erfrischen.

Gespannt verfolgten die Entenkäufer das Wettschwimmen. Viele hatten ihre Schützlinge angemalt, um sie in dem Gewimmel besser zu erkennen.

Von einem Rennen konnte diesmal kaum die Rede sein. Die fast fehlende Strömung ermöglichte nur träge Bewegungen. Gemächlich dümpelten die Wasservögel ihrem Ziel entgegen, ihr Schneckentempo erinnerte eher an das Kinderlied: „Alle meine Entchen schwimmen auf dem See.“ Wer schlapp machte und sich am Bachrand eine Pause gönnen wollte, bekam von drei jugendlichen Antreibern einen Schubs mit dem Stock versetzt.

Vor allem jüngere Zuschauer verfolgten gespannt das müde Entenvolk, das sich nach dem Massenstart in kleine Grüppchen und einige Einzelgänger aufgeteilt hatte. Das dröge Tempo bot ausgiebig Gelegenheit, die quietschgelben Plastikvögel zu beobachten. Viele Entenkäufer hatten ihre Lieblinge bemalt, um sie im Gewimmel besser erkennen zu können. So gab es neben ordinären Gelb bauch en ten auch Grünschnäbel und Rotschwänze. Manche hatten eine aufgemalte Halskrause, andere trugen eine Jacke wie Donald Duck.

Ente gut, alles gut: Gert Schmalenbach (links) und Michael Beseler holten die erschöpften Rennteilnehmer aus dem Wasser.

Wer seiner Ente einen Namen gegeben hatte, konnte sie besser anfeuern. So lieferte sich „Jim“ ein Wettrennen gegen „Willy 2“. Ob die Anfeuerungsrufe etwas genützt haben, ist nicht überliefert. Immerhin kamen auch lahme Enten ins Ziel. Die Tigerente schwamm nicht mit, sondern vollführte an Land abenteuerliche Verrenkungen, um ihre Reiter abzuwerfen. Für das Tigerenten-Rodeo brauchte man Gleichgewichtssinn, schnelle Reaktionen und kräftige Schenkel. Doch irgendwann warf die Tigerente jeden ab, wie Pastor Andreas Goetze im Selbstversuch feststellte.

Hier geht´s zur Homepage der evangelischen Emmaus-Gemeinde Jügesheim.

Ente gut, alles gut: Nach mehreren Vorläufen und einem Finale wurden kurz vor 17.30 Uhr die Sieger des Entenrennens verkündet. Ente Nummer 12 hat einen einstündigen Rundflug über dem Rhein-Main-Gebiet gewonnen. Ihr Besitzer war allerdings bei der Siegerehrung ebenso wenig da wie die Gewinner des zweiten (iPod) und dritten Preises (Rundflug mit einem Leichtflugzeug).

Sogar die letzte Ente jedes Rennens bekam einen Trostpreis: Eine Zehnerkarte für den Badesee. „Damit sie schwimmen übt“, so Pastor Goetze.

Quelle: op-online.de

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