Gewerbeverein lässt das Zunftsymbol in der Ortsmitte vorzeitig abbauen

Auch der Maibaum ist ein Hitze-Opfer

Nicht nur der Wald ächzt unter der Trockenheit. Auch dem Maibaum am Ludwig-Erhard-Platz hat die Hitze zugesetzt. Der Gewerbeverein baut den geschmückten Baumstamm deshalb schon am Freitag ab.

Rodgau – Die Trocknungsrisse sind nicht zu übersehen. Die ersten Risse hatten sich bereits im Sommer letzten Jahres gebildet. „Das ist ganz normal“, sagt Berthold Schüßler, der Vorsitzende des Gewerbevereins Dudenhofen. Der Baum sei ja 2018 frisch geschlagen worden.

Die ersten Risse hatten keinen Anlass zur Sorge gegeben. Am 27. April richteten starke Helfer den Maibaum zum zweiten Mal auf. Seither haben sich die Trocknungsrisse verstärkt, sind länger und breiter geworden. Der breiteste Riss klafft bis zu drei Zentimeter weit. „Das Holz ist einfach viel zu schnell getrocknet“, erklärt Schüßler.

Nach dem Motto „Sicher ist sicher“ hat der Gewerbeverein für Freitagmorgen einen Autokran bestellt, um den 15 Meter hohen Baumstamm früher als geplant vom Sockel zu holen. Es bestehe keine akute Gefahr, betont Berthold Schüßler: „Da passiert wahrscheinlich gar nichts. Aber wir wissen nicht, wie stark der nächste Sturm wird.“

Die erste Sturm-Erfahrung reicht dem Gewerbeverein völlig. Schwere Böen hatten am 6. Juni 2017 den ersten Maibaum förmlich umgehauen. An zwei Stellen war der Stamm geborsten. Bis dahin hatte er sechs Jahre lang als Träger der Zunftzeichen gute Dienste geleistet.

Bei der zehnten Maibau-Aktion im nächsten Jahr soll es dann einen neuen Maibaum geben. Der alte Stamm lässt sich nicht mehr retten. Auch eine Sanierung mit Metallreifen oder dergleichen verspricht nach Ansicht des Gewerbevereins keinen Erfolg. Schüßler: „Das Holz arbeitet ja weiter.“

„Wir werden uns einen neuen Baum besorgen, möglichst noch im Herbst, damit er im Winter trocknen kann“, kündigt der Vorsitzende an. Nächstes Jahr wolle die Elektroinnung den Maibaum aufstellen, da sie ihr 100-jähriges Bestehen feiere. Bereits jetzt dürfen sich die Einwohner auf ein kleines Fest freuen, das aus diesem Anlass gefeiert wird.  

Von Wolf Ekkehard

Quelle: op-online.de

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