Aufregung um den Bahnhof

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Der Bahnhof Dudenhofen verändert sein Gesicht: Eine Wand ist bereits verputzt. Sollen nun die anderen folgen? Ein Lehrer setzt sich dafür ein, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen.

Dudenhofen (eh) - Sieht der ehemalige Bahnhof Dudenhofen bald wie ein normales Wohnhaus aus? Das befürchtet Stefan Reinhardt, ein Lehrer der Claus-von-Stauffenberg-Schule.

Seinen Informationen nach soll das markante zweifarbige Ziegelmauerwerk hinter einer Wärmedämmung verschwinden. Reinhardt fordert, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Das Stationsgebäude gehört zu einer Reihe gleichartiger Bauten zwischen Offenbach und Ober-Roden. Sie wurden beim Bau der Bahnstrecke Offenbach - Reinheim um 1896 nach einem einheitlichen Typ errichtet. Alle stehen unter Denkmalschutz, nur der Bahnhof Dudenhofen nicht. Warum? Diese Frage konnte das Landesamt für Denkmalpflege gestern nicht beantworten. Heute will Bezirkskonservator Udo Schreiber nach Dudenhofen kommen, „um sich das Gebäude und die Situation vor Ort anzusehen“, wie Dr. Katrin Bek vom Landesamt auf Anfrage mitteilt: „Erst dann können wir weitere Aussagen darüber machen, warum das Gebäude noch nicht erfasst wurde und welche weiteren Schritte eingeleitet werden.“

Eines der ersten Bahnhofsgebäude der Region 

Alle sechs Bahnhöfe von Nieder-Roden bis Bieber sind gekennzeichnet durch zweifarbiges Ziegelmauerwerk mit Ornamentfries und ein Rundbogenmotiv im Giebel. In Dudenhofen gibt es ein zusätzliches Detail: Der Schlussstein über dem ehemaligen Eingang ist mit einem geflügelten Eisenbahnrad verziert.

Soll das alles hinter Dämmplatten und Putz verschwinden? Wie das Ergebnis aussehen könnte, ist an der Nordwand zu sehen. Diese Seite ist bereits seit rund zwei Jahren gegen Kälte gedämmt. Trotz intensiver Bemühungen gelang es unserer Zeitung noch nicht, mit dem Eigentümer zu sprechen. Was ist also dran an der Geschichte?

Als eines der ersten Bahnhofsgebäude in der Region war der Bahnhof Dudenhofen in private Hände gelangt. Nachdem 1976 die letzten Züge abgefertigt worden waren, hatte die Deutsche Bundesbahn das Gebäude meistbietend versteigert. Der Zuschlag ging an einen pensionierten Bahnbeamten: Bundesbahn-Obersekretär Adam Honikel eröffnete 1981 mit Frau und Sohn eine kleine Gaststätte und einen Kiosk.

Seit Bundesbahnzeiten haben die privaten Eigentümer einiges verändert. Das Eingangsportal wurde zugemauert und mit einer Haustür versehen. Dachfenster wurden eingebaut. Balkon und Kiosk erhielten Sichtschutz aus Metall und Milchglas.

Quelle: op-online.de

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