Fenster auf, Abfall raus

Ausfahrten der B45 werden zur Müllkippe

Rodgau - Fastfoodschachteln, Getränkedosen, Zigarettenpackungen und vieles mehr summieren sich zu einem unansehnlichen Sammelsurium. Die Straßenmeisterei macht nur selten sauber.

Manche Autofahrer sehen darüber hinweg, andere ärgern sich und die dritte Gruppe kurbelt das Fenster herunter und wirft noch Abfall dazu. Unser Leser Dietrich Schiebler aus Rembrücken gehört zur zweiten Kategorie: Er ärgert sich. Die Ausfahrten der B 45 von der Autobahn in Richtung Süden sind für ihn kein schöner Anblick. „Man kriegt das kalte Grausen über diese Schweinerei“, sagt er am Telefon: „Es liegt dermaßen viel Plastikmüll herum und keiner macht es sauber. Da muss etwas geschehen. Das geht so nicht.“

Wir fragen nach: Wie häufig liest die Straßenmeisterei die Abfälle an den Ausfahrten auf? Dazu Stefan Hodes vom Landesbetrieb Hessen mobil: „Die Vorschriften besagen: Einmal im Jahr ist zu säubern.“ Bei besonders starker Verschmutzung greife die Straßenmeisterei auch mal außer der Reihe zur Zange. Als Beispiel nennt er die Ausfahrt von der Autobahn zur B 45 bei Weiskirchen. Dort habe die Straßenmeisterei im vergangenen Jahr zweimal Abfälle gesammelt, zuletzt am 9. November. Bei den Pflegerhythmen sei Hessen mobil an bundesweite Vorgaben gebunden, betont Stefan Hodes: „Wir sind ja Auftragsverwaltung für den Bund.“

Nicht nur an den Ausfahrten der Bundesstraße liegen Abfälle. Auf dem verdorrten Gras des Winters fallen sie besonders ins Auge. Ein Beispiel ist die Blumenau, ein bei Autofahrern beliebter Schleichweg zwischen Dudenhofen und Seligenstadt. Raucher sind in dieser Hinsicht offenbar besonders aktiv: Auf Schritt und Tritt stößt man auf Zigarettenpackungen. Auch Kaffeebecher, Plastikflaschen und Zellstofftaschentücher finden sich an den Straßenrändern.

Aus dem Gewerbegebiet Nieder-Roden berichtet Anwohner Wolfgang Eckhardt von Fahrern der DHL-Laster, die sich am Straßenrand ihrer Abfälle erledigten. Allein das, was er vor seinem Haus auflese, fülle jährlich sechs bis acht Säcke. Einmal im Jahr sammeln Ehrenamtliche Abfälle an Straßen, Wegen und Grünanlagen. Fast 600 Einwohner beteiligten sich im vergangenen Jahr am Frühjahrsputz „Sauberhaftes Rodgau“. Dabei pickten sie 1,6 Tonnen Müll auf. Die Stadtwerke entsorgten rund 200 Säcke mit Müll.

Ein gefährlicher Arbeitsplatz: Mitten auf der Autobahn

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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