Ausgediente Medikamente auf keinen Fall in die Kanalisation kippen

Alte Pillen gehören in die Tonne

Rodgau - Unsicherheit besteht bei Bürgern immer wieder, wenn es um die Entsorgung von alten Medikamenten geht. Viele Jahre haben die Apotheken Tabletten, Säfte und Salben zurückgenommen, die nicht mehr gebraucht wurden. Das ist aber Schnee von gestern.

Nun heißt es offiziell: Arzneimittel gehören in den Restmüll. Doch manche Rodgauer sind skeptisch.  Hein Vogel ärgert sich. Der Rodgauer wollte einen Arztbesuch in Nieder-Roden nutzen, um Altmedikamente in einer Apotheke abzugeben. Er wundert sich, dass die Apotheke, die die Medizin „gern für teures Geld verkauft“ die Reste nicht zurücknehmen muss. Vogel: „Ich finde das ungeheuerlich und unverantwortlich. Jeder Elektrohändler ist mittlerweile gehalten, Altgeräte zurückzunehmen.“

Der Rodgauer ist skeptisch, dass die Entsorgung über die Restmülltonne funktioniert. „Was aber, wenn andere Zeitgenossen solche Tabletten einfach in die Kanalisation spülen. Dann hat die Allgemeinheit gute Aussichten, diese in Spurenelementen wieder im Trinkwasser zurückzubekommen.“ Sabine Kretschmer, Leiterin der Abfallwirtschaft der Stadtwerke Rodgau, beruhigt: Im Restmüll seien Altmedikamente gut aufgehoben. Das Einzige was zu beachten sei: „Sie sollten nicht oben drauf gelegt werden, damit sie nicht in die Hände von Kinder gelangen“, rät die Stadtwerke-Frau.

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Ein Faltblatt der Stadtwerke (auch auf der Homepage) informiert: Auf keinen Fall gehören Medikamente in Toilette und Kanalisation. Denn viele Arzneien sind oft gar nicht oder nur langsam biologisch abbaubar. Auch Reste flüssiger Arzneien sollen in den Restmüll. Glasbehälter dürfen nicht gespült werden, damit selbst kleinste Medizinmengen nicht in der Kanalisation landen. Dr. Bruno Oertel, Inhaber der Nikolaus-Apotheke in Jügesheim, bedauert, dass er keine kostenlose Möglichkeit mehr hat, die Arzneimittel zu entsorgen: Deswegen nimmt der Apotheker keine Altmedikamente mehr an. Ein Aushang weist auf diesen Umstand hin. „Die Kundschaft ist irritiert, das war doch ein vernünftiger Service“, meint Oertel. (siw)

Quelle: op-online.de

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