Bücherschrank am Rathausplatz

Telefonzelle als Bücherei

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Leuchtend blau mit roten Querstreifen: Der öffentliche Bücherschrank am Rathaus ist nicht zu übersehen. Rund um die Uhr kann man sich dort kostenlos Lesestoff entleihen. Für Kinder erlaubt die ehemalige Telefonzelle allerdings keinen Einblick.

Jügesheim (eh) - Er ist leuchtend blau mit roten Querstreifen: Der öffentliche Bücherschrank zwischen Rathaus und St. -Nikolaus-Kirche ist nicht zu übersehen. Dort stehen rund 100 Bücher zum Aussuchen und Mitnehmen bereit. Der Bücherschrank ist Tag und Nacht geöffnet.

Die Spielregel ist einfach: Wer ein Buch mitnimmt, sollte es auch wieder zurückbringen - oder er stellt dafür ein anderes Buch ins Regal. Bis zu 150 Bände haben Platz. Der Bücherschrank ist eine ehemalige Telefonzelle. Die Stadt hatte sie im Internet für 515 Euro ersteigert. Dazu kamen noch Transport, Farbe, Beschriftung und Aufbauarbeiten. Am Ende kostete das gute Stück rund 1700 Euro. Jugendliche aus dem Beschäftigungsprojekt „Rodgau 16 plus“ haben das Gehäuse professionell lackiert und das Bücherregal eingebaut.

Eigentlich sollte der öffentliche Bücherschrank bereits im Juli stehen. Dann jedoch wurden die Rodgauer von der Breidert-Initiative in Rödermark überholt, die Ende Juli ebenfalls eine umfunktionierte Telefonzelle eröffnete. „Sie waren schneller, aber unser Bücherschrank ist schöner“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Als Anfangsbestand enthält der Bücherschrank über wiegend Romane (Liebe, Krimis, historische), einige anspruchsvollere Werke, einige Jugendbücher und einige Biographien. „Also das, was auch bei uns in den städtischen Büchereien gut geht“, sagt Bibliothekarin Nicole Köster: „Ich bin wirklich gespannt, was in ein paar Wochen drin stehen wird.“

Ausgewählte Exemplare

„Bitte nicht zur Ablage alter Bücher verwenden“, appelliert der Bürgermeister: „Es hat keinen Sinn, jetzt mit einer Bücherkiste anzukommen.“ Den Buchbestand ergänzte er gestern um ein ausgewähltes Exemplar: In dem Buch „Bevor es dunkel wird“ berichtet ein erblindender Fernsehjournalist über seine Erfahrungen. „Ich kann nur empfehlen, es zu lesen“, so Hoffmann. Kulturdezernent Werner Kremeier steuerte eine Taschenbuchausgabe von Hermann Hesses „Glasperlenspiel“ bei.

Ruth Stegmaier und Joachim Rickauf griffen gestern als Erste zu den Büchern im Regal.

Die Zelle ist der zweite öffentliche Bücherschrank in Rodgau, den der Fachbereich Kommunales Bildungsmanagement aufgebaut hat. Der erste Schrank steht im Christian-Zang-Haus Weiskirchen, wo sich bis zum Frühjahr eine Bücherei befand. Einen weiteren Schrank will die Stadt 2013 am Strandbad Nieder-Roden aufstellen - bestückt mit typischer Strandliteratur. Er soll aber nur während des Badebetriebs offen sein. „Wir wollen verhindern, dass die Bücher schwimmen lernen“, zitiert Fachdienstleiter Stefan Jaud die Schwimmmeister.

Quelle: op-online.de

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