Autobahnausfahrt über Raststätte?

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Nur rund 300 Meter Straße wären notwendig, um das Gewerbegebiet Weiskirchen-Ost an die Autobahnraststätte anzubinden.

Weiskirchen (eh) - Chancen für das Gewerbegebiet Weiskirchen-Ost erhoffen sich Magistrat und Wirtschaftsförderung von den Vorschlägen des Berliner Planers Günter Baasner.

Nach Ansicht einiger Unternehmen vor Ort gäbe es einen einfachen Weg, die Attraktivität des Gebiets zu steigern: eine eigene Autobahnausfahrt von der A 3.

„Es wird Zeit, dass dieses Stiefkind unter den Rodgauer Gewerbegebieten ordentlich entwickelt wird“, meint Oliver Lindner von der Lindner Elektrotechnik GmbH. Ohne Autobahnanschluss komme „kein interessantes Unternehmen nach Weiskirchen“. Die direkte Zufahrt könne zudem die Anwohner im nahen Wohngebiet entlasten.

Helmut Blumenberg, Inhaber der Firma Fleurmont Werbetechnik, fordert schon seit Jahren eine direkte Zufahrt von der A 3. Dabei denkt er vor allem an das fast 28 000 Quadratmeter große Nachbargrundstück. Ein riesiges Schild am Autobahnrand wirbt erfolglos um Käufer. Ein Autobahnanschluss würde aus dem Gelände am Feldrand über Nacht eine 1a-Lage machen. Baupläne für Lagerhalle, Produktion und Büros hat die Liegenschaftsverwaltung Rosental-Gelley und Rosental-Itzhar (Frankfurt) längst in der Schublade.

Das jüngste Projekt ist eine Autowaschanlage auf 7 000 Quadratmeter. Die Raststätte Süd würde dadurch zu einem so genannten Autohof aufgewertet. Eine Bauvoranfrage habe keine Hinderungsgründe ergeben, sagt Helmut Blumenberg: „Das steht und fällt mit einer Zufahrt von der Autobahn, und wenn‘s nur über die Raststätte ist.“ Er denkt an eine Abzweigung von der Ausfahrt zur Raststätte: knapp 300 Meter Straße ohne Eingriff in die Autobahn. An anderen Autohöfen, wie zum Beispiel am Dambacher Dreieck, werde das auch so gehandhabt. Blumenberg: „Wir haben den Investor, wir haben das Grundstück, wir haben die Idee und wir haben den Betreiber - woran hängt es jetzt?“ Die Autobahnraststätte müssen nicht einmal eine Konkurrenz befürchten: „Die Fahrzeuge, die bei uns in die Waschanlage fahren, wo tanken die denn? Wir verkaufen kein Benzin. Ich sehe das nicht als Konkurrenz, sondern als Belebung der Raststätte. Die machen doch mehr Umsatz.“

Entlastung der Raststätte „notwendig“

Die Stadt Rodgau bemüht sich laut Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) seit längerer Zeit um eine Zufahrt von der Autobahn zum Gewerbegebiet Weiskirchen-Ost. Eine Entlastung der Raststätte sei notwendig, „weil der Parkplatz regelmäßig überläuft“. Erst kürzlich habe er wieder mit dem hessischen Wirtschaftsministerium über dieses Thema gesprochen.

Helmut Blumenberg, der umtriebige Unternehmer aus Weiskirchen-Ost, wünscht sich nicht nur einen Abzweig von der Ausfahrt zur Raststätte Süd. Er denkt schon einen Schritt weiter: „Warum macht man die Brücke zum Motel nicht für den Kleinverkehr auf? Alle Spatzen wären gefangen und wir hätten hier hinten eine Superlage.“

Bereits vor sieben Jahren hatte es hochfliegende Pläne für das Rosental-Grundstück gegeben. Ein ortsansässiger Architekt hatte das Konzept entworfen: Einkaufszentrum, Bowlingcenter und Mc Donald‘s. Nur die direkte Zufahrt von der Autobahn fehlte. Aktuell gibt es die Idee einer großen Indoor-Freizeitanlage für Kinder mit Gastronomie, wie Blumenberg berichtet: „Das würde 50 bis 60 Arbeitsplätze bringen und das Gebiet beleben.“

Von einer besseren Verkehrsanbindung könnte auch das Kurier- und Logistikunternehmen „Fed Ex“ profitieren, das an der Boschstraße eine Station betreibt.

Quelle: op-online.de

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