Fenster auf und raus

Autofahrer vermüllen Abfahrten der B45

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Auch die Abfahrt Rollwald (Foto) wird regelmäßig zugemüllt. Für die Mitarbeiter von Hessen Mobil ist das Aufsammeln nicht nur eine Zumutung, sondern auch gefährlich. Kaum ein Autofahrer verlangsamt sein Tempo, sobald er an der Mannschaft vorbeifährt.

Rodgau - Leere Kaffeebecher liegen zwischen Bananenschalen und einer Zigarettenpackung, 30 Zentimeter weiter finden sich Flaschen, Papiertaschentücher, verdorbene Lebensmittelreste und Plastikmüll. Von Bernhard Pelka 

Was Autofahrer in den Abfahrten der B45 aus dem Fenster werfen, stinkt zum Himmel. Das Problem ist nicht neu, derzeit aber besonders offensichtlich: Vorzugsweise in Ausfahrten werfen Autofahrer ihren Dreck aus dem Fenster. Im Sommer deckt die üppige Vegetation die Sauerei wie ein Mantel gnädig zu. Jetzt aber, zu Beginn der Wachstumsperiode, wird an allen Ausfahrten der B45 deutlich, wie viele Müllferkel hinterm Steuer sitzen.

Generell gehören die Autobahnen in Hessen zu den höchstbelasteten in ganz Deutschland. Dies hat leider auch den Nebeneffekt, dass rund 3000 Tonnen Müll im Durchschnitt jährlich auf Hessens Straßen von Verkehrsteilnehmern wild abgelagert werden. Besonders betroffen sind dabei wegen der geringen Geschwindigkeiten die Anschlussstellen.

Säckeweise fahren die Mitarbeiter von Hessen Mobil den aufgesammelten Müll weg.

Hessen Mobil obliegt die Unterhaltspflicht für das Straßennetz. Dazu zählt auch die Abfallbeseitigung. Der Zeitaufwand dafür ist enorm und beläuft sich auf rund 30.000 Arbeitsstunden im Jahr. Hinzu kommen Kosten für die Beauftragung von Fremdfirmen, die im Frühjahr und bei Bedarf im Spätsommer diese Arbeiten zusätzlich mit übernehmen.

Die Kosten für Fremdfirmen für das Einsammeln des Mülls betrugen 2016 bisher 370.000 Euro (es stehen noch Rechnungen offen), 2015 rund 400.000 Euro und 2014 etwa 380.000 Euro. 2014 wurden 18.000 Tonnen Abfall in Hessen an Straßen und auf Rastplätzen von Hessen Mobil gesammelt. Darunter waren auch die 3000 Tonnen illegal entsorgter Unrat am Straßenrand.

Krasse Beispiele sind der Tannenmühlkreisel Richtung Hainburg / Obertshausen und die Abfahrt Hainhausen. Am Kreisel sieht es besonders schlimm aus, weil die Autofahrer dort Tag für Tag im Stau stehen. Manche verstehen die Zwangspause als willkommene Möglichkeit, ihre Karre mal eben schnell zu entrümpeln. Andere schmeißen ihren Dreck vielleicht aus Wut über den Stau und aus falsch verstandenem Protest raus – oder aber einfach aus purer Langeweile. Wie auch immer: Das Ergebnis ist schlimm.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Die fürs Aufräumen zuständige Autobahnmeisterei Rodgau hat auf der B45 zuletzt am 23. und 29. Dezember 2016 sowie am 2. Januar dieses Jahres den Müll auf der Anschlussstelle Hanau weggeschafft. „Seit dem 3. März sind unsere Mitarbeiter auf der B 45 ab Anschlussstelle Rodgau Mitte in südlicher Richtung unterwegs“, beschreibt Hessen Mobil auf Anfrage unserer Zeitung den Stand der Dinge. „Das Sammeln von Müll wird Ende März abgeschlossen.“ Der Reinigungsturnus für die Gesamtstrecke der Autobahnmeisterei Rodgau nebst Anschlusssstellen ist halbjährlich – vorzugsweise natürlich vor Mäharbeiten. Sauber gemacht wird aber auch nach Bedarf – also sofern es besonders versaut ist.

Von einer Zunahme des Müllaufkommens mag Hessen Mobil nicht sprechen. „Besonders zu Beginn des Frühjahrs bekommt der Verkehrsteilnehmer aber aufgrund der fehlenden Vegetation den Eindruck, dass es zu einer besonderen Müllbelastung kommt. Die Abfallstatistik zeigt jedoch, dass das Müllaufkommen verteilt auf das Jahr gleichmäßig ist.“

„Sauberhaftes Hessen“ in Rodgau

Quelle: op-online.de

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