CD-Debüt "Putzintensiv"

Von Badesalz zu Dirty Dabbes: Knebel geht unter die Rapper 

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Der Darmstädter Rapper Marco Döll und der Frankfurter Komiker Gerd Knebel bringen auf dem Badesalz-Label Frau Batz Records ihren Debüt-Silberling „Putzintensiv“ heraus. Premiere ist morgen.

Rodgau/Frankfurt -  Jetzt singt er auch noch! Gerd Knebel, als Teil des Duos Badesalz bekannter Hessen- Botschafter, bringt unter dem Namen Dirty Dabbes mit dem Rapper Marco Döll die CD „Putzintensiv“ raus. Von Detlef Kinsler

Nach mehr als 30 Jahren kann schon mal was in Vergessenheit geraten. Bei den Erfolgen, die Gerd Knebel und Henni Nachtsheim seit 1984 als Comedians feiern, mögen manche tatsächlich erstaunt reagieren, wenn die Herrschaften auch noch CDs als Musiker veröffentlichen. Dabei gab es immer schon Gesangseinlagen in ihren Programmen, wie zuletzt bei „Dö Chefs“.

Zur Erinnerung: Knebel war von 1979 bis 1988 Sänger bei Flatsch!; Nachtsheim bildete bis 1990 die gesangliche Doppelspitze mit Peter Osterwold bei den Rodgau Monotones. Unvergessen ist das Frankfurter Pampa-Power-Festival mit weiteren Hessen-Bands 1984 im Stadion am Bornheimer Hang vor 20 000 begeisterten Fans. Einmal Musiker, immer Musiker – eine Leidenschaft, die nie vergeht.

Also hat das Duo vor zwei Jahren seine eigene Plattenfirma ins Leben gerufen: Frau Batz Records. Der Name ist eine Widmung an eine Figur aus dem ersten Bühnenprogramm „Das Super Dong Dong“. Erst erschien im September 2016 Knebels Soloalbum „The Knebells“; Nachtsheim zog mit seinem The Hühnerdieb Project und dem Song „Kühler Kopf und hessisches Herz“ als Eishockey-Hymne für die Frankfurter Löwen nach.

Nächster Auftritt Gerd Knebel. Nach seinem Rock-Soul-Pop-Klamauk-Mix mit starker Hard’n’Heavy-Rock-Tendenz überrascht der Sänger im Duett mit dem Darmstädter Rapper Marco Döll alias Mädness aka Maggo. Der ist seit Jahren eine große Nummer im Hip-Hop, wurde von Marteria gefeaturet und hat als Mädness & Döll das Album „Ich und mein Bruder“ beim von den Fanta 4 gegründeten Label Four Music herausgebracht. Morgen stellen sie unter dem Namen Dirty Dabbes ihr Debüt „Putzintensiv“ vor.

Rap ist Knebel als Mann des gesprochenen Wortes nicht fremd. „Das gibt es ja in der Musik seit Urzeiten“, bringt er in Erinnerung. „Schon immer gab es Menschen, die, ohne zu singen, nur mit ihrer Sprechstimme Texte vortrugen. Lou Reed zum Beispiel babbelte doch eine Menge, soweit ich mich erinnere. Auch Ian Dury sprach ganze Parts in seinen Songs.“

Da darf die Rückblende auf die inoffizielle Hymne unseres Bundeslands nicht fehlen. Knebel war mit im Studio, als die befreundeten Rodgau Monotones ihren Klassiker „Die Hesse komme“ aufnahmen. Darin wird Heinz Schenk bekanntlich als „unser David Bowie“ gefeiert. „Eigentlich war er ja eher unsere Äppelwein-Version von Snoop Dogg“, witzelt Knebel.

Wie fanden er und Mädness zusammen? „Ich las vor vielen Jahren ein Interview, das mit Marco geführt wurde“, erzählt er. „Dort antwortete er auf die Frage, mit wem er außerhalb der Rap-Szene gern mal was machen möchte: Badesalz. Das fand ich sehr nett und dachte mir: Na ja, wer weiß, vielleicht klappt es mal.“

Und siehe da: Die zwei hessischen Schlappmäuler fanden sich und stellten viele Gemeinsamkeiten fest. „Es gibt sogar eine ganze Reihe von Dingen – ein ähnliches Humorverständnis, die gleiche Sicht auf bestimmte Dinge in der Welt, die Bereitschaft, sich unterschiedlichen Musikstilen zu widmen, und natürlich, was mir fast das Wichtigste ist: Wir waren beide große Fans der Eppertshäuser Band Fatzo.“

Von der findet sich das eine oder andere skurrile Video im Netz. Schräg geht es ebenfalls bei den ungeschickten Schmutzfinken zu, auch mal im Reggae-Groove oder im Irish-Folk-Idiom. „Wir hoffen, dass unser irisches Trinklied ,Guinnessbär’ Millionen deutscher Pärchen Mut macht, trotz hämischer Kommentare weiter Abend für Abend in ihr geliebtes Irish Pub zu gehen“, formuliert Knebel.

Warum? „Na, um sich dort zu betrinken, zuzuqualmen, zuzuquatschen und zuzusingen, auch wenn wir wissen, dass dies aus krankenkassentechnischen Gründen moralisch natürlich nicht vertretbar ist.“ Aha. Wenn Gerd und Maggo am späten Abend dazustoßen, wie mag man sie wohl in ihren Outfits wahrnehmen, als hessische Gangsterrapper? „Nein, wir orientieren uns optisch eher an der Gebrauchtwagenhändlerszene“, verrät Knebel.

Die Dirty-Dabbes-CD „Putzintensiv“ ist beim Label Frau Batz Records erschienen.

Quelle: op-online.de

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