Badelift derzeit unbrauchbar

Behinderte am Badesee ausgebremst

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Weiter geht’s nicht: Der Sitz hängt in der Luft, weil der Wasserspiegel gesunken ist. So kann man sich zwar vom Sitz ins Wasser fallen lassen, kommt aber nicht mehr per Lift hinaus.

Nieder-Roden -  Der elektrische Badelift im Strandbad ist seit Saisonbeginn nicht mehr benutzbar. Der niedrige Wasserstand im See sperrt Gehbehinderte vom Badevergnügen aus. Jetzt ist Besserung in Sicht. Von Ekkehard Wolf 

Der Rodgau-See ist der einzige Badesee der Region, in dem Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe ins Wasser gelangen können. Für rund 95.000 Euro hat die Stadt vor zwei Jahren eine rund 100 Meter lange Rampe und einen elektrischen Badelift gebaut. Doch jetzt fährt der Sitz nicht mehr bis ins Wasser, sondern stoppt etwa 30 Zentimeter über dem Wasserspiegel. Damit ist das Gerät sinnlos geworden: Wer im Wasser ist, hat keine Chance mehr, zurück auf den Sitz zu gelangen.

Schuld daran ist der gesunkene Wasserspiegel. „Seit wir den Lift haben, haben wir schon über 60 Zentimeter verloren“, sagt Thomas Dursun, der im Rathaus für das Strandbad verantwortlich ist. Allein zwischen Ende der vergangenen und Anfang dieser Saison sei der Pegel um 30 Zentimeter zurückgegangen.

Mit Rücksicht auf schwankende Pegelstände reicht das Edelstahlgestänge des Badelifts recht tief ins Wasser hinein. Der Gurt, an dem der Sitz hinabgelassen und hinaufgezogen wird, erlaubt aber keinen längeren Liftweg. „Man hat sich damals für den längsten Gurt entschieden, der erhältlich war“, sagt Laura Klein von der städtischen Pressestelle. Doch auch der längste Gurt ist nicht mehr lang genug. Die Stadt wandte sich an die Herstellerfirma und erhielt eine positive Auskunft: Die Firma biete nun einen längeren Gurt an, da es mehrere Anfragen gebe. Mit der Lieferung sei in den nächsten ein, zwei Wochen zu rechnen.

Bilder: Saison am Badesee eröffnet

Das Strandbadteam plant noch eine weitere Verbesserung am Badelift. „Wir haben mit dem Elektriker gesprochen, dass wir eine zweite Fernbedienung anbringen wollen“, sagt Thomas Dursun. Dann soll es möglich werden, den Badelift sowohl von oben als auch von unten anzufordern. Bisher kann man ihn nur vom Sitz aus bedienen.

Dank der Rolli-Rampe mit Badelift ist der Badesee auch für Menschen zugänglich, die nie im Traum daran gedacht hätten, einmal in einem See zu baden. „Das ist wieder ein Stück Freiheit und selbstbestimmtes Leben“, lobte eine Rollstuhlfahrerin bei der Einweihung vor zwei Jahren. Wie oft die Anlage genutzt wird, kann die Stadt nicht genau sagen. Die Schwimmmeister schätzen die Anzahl der Benutzer auf etwa 40 pro Saison, darunter viele neue Badegäste. Der barrierefreie Zugang zum See kostete rund 95.000 Euro. Auf den Elektrolift entfiel nur ein kleiner Teil (6000 Euro). Dennoch war es nicht einfach, einen Lieferanten zu finden. Der erste gab auf, als er Maß genommen hatte.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Quelle: op-online.de

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