64-jährige Jügesheimerin weiter vermisst

Badeseepersonal sucht Wasser per Boot ab

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Am FKK-Strand des Badesees in Nieder-Roden war die 64-jährige Jügesheimerin zuletzt gesehen worden. Seit 3. August ist sie verschwunden.

Rodgau - Während das Verschwinden einer 64-jährigen Jügesheimerin am Badesee immer noch Rätsel aufgibt, läuft der Betrieb dort wie üblich weiter. Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach darüber mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Welche Maßnahmen laufen am Badesee derzeit noch?

Morgens vor Badebeginn und abends nach dem Ende wird der gesamte See vom Boot aus abgesucht. Und natürlich beobachten unsere Mitarbeiter den See ganz genau mit dem Fernglas. Bei etwas Verdächtigem fährt sofort das Boot heraus.

Das Strandbad ist nach dem Verschwinden eines Badegastes sehr schnell stufenweise wiedereröffnet worden, obwohl die Frau noch nicht gefunden ist. Wie schwer ist den Beteiligten, respektive Ihnen, diese Entscheidung gefallen?

Sehr schwer, wir haben es uns nicht leicht gemacht. Und wir mussten irgendwie entscheiden. Wir haben uns alle zusammengesetzt und zu allererst die emotionale Seite betrachtet. Dann haben wir uns mit der Sachebene auseinandergesetzt. Die eine Idee war: Wir lassen zu. Das andere Extrem wäre die sofortige Wiedereröffnung gewesen. Das schied aus. Die nächste Frage war dann, wie lange wir zulassen. Muss der See für immer zubleiben? Auch das war eine Frage. Wir haben Szenarien beleuchtet und den damit möglichen Umgang. Daraus resultierte das Ergebnis der teilweisen Öffnung. Begleitet war das alles auch von etwa 360 Anrufern schon am Montag nach dem Verschwinden der Frau.

Warum wurden Alternativen verworfen?

Wir haben keine Alternativen verworfen. Das hätte ja bedeutet, von vornherein etwas auszuschließen. Wir haben die Extreme und verschiedene Szenarien betrachtet und uns dann der gewählten Lösung angenähert. Natürlich waren wir uns bewusst, dass das in dieser Extremsituation nicht vollkommen sein kann. Ich habe großen Respekt vor den anderen Meinungen, die es zu diesem Thema gibt. Aber wir mussten entscheiden.

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Welche Resonanz gab es von Bürgern auf diese Entscheidung? Oder von Badegästen und Besuchern des Strandbadfestivals?

Beim Festival war das kein Thema. Generell habe ich Respekt davor verspürt, dass überhaupt eine Entscheidung getroffen worden ist. Manche haben sich ausschließlich auf der emotionalen Ebene bewegt, ohne einzubeziehen, dass die auch jetzt noch offenen Fragen vielleicht nie geklärt werden können. Ich habe mit vielen persönliche Gespräche geführt und dabei Verständnis erfahren. Wir kommunizieren offen und beschönigen nichts. Und wir werben ja auch nicht offensiv für unsere Entscheidung. Jeder Gast kann ganz persönlich für sich entscheiden, wie er mit der Situation umgeht.

Rückblickend sagen Sie, sei diese Entscheidung angemessen gewesen. Woran machen Sie das fest?

Sie war angemessen auch auf der Grundlage, dass sie jetzt zunehmend mehr verstanden wird. Das tut uns gut.

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Quelle: op-online.de

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