Badesee Nieder-Roden

Volle Parkplätze am Strandbad

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Auf der schwimmenden Insel bräunen sich FKK- und Textilschwimmer nebeneinander.

Nieder-Roden - Eine ungewöhnlich schwache Saison verzeichnet das Strandbad Nieder-Roden. Seit 28. April kamen erst 73.974 Besucher. In guten Jahren waren es schon mehr als 200.000. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Seit Mittwoch ist wieder Badesee-Wetter.

5184 Badegäste bevölkerten die Strände und Pontons. „In Nieder-Roden war am meisten los“, berichtet Luftbildfotograf Axel Häsler, der am Mittwoch mehrere Freibäder und Badeseen der Region aus der Vogelperspektive erlebte.

Schwimmmeister Peter Ruckelshausen betrachtet das Auf und Ab der Besucherzahlen mit der Gelassenheit langjähriger Erfahrung. Seit 36 Jahren, inoffiziell sogar zwei Jahre länger, wacht er über die Sicherheit und sorgt für einen reibungslosen Betrieb. Am 15. September ist sein letzter Arbeitstag. Bis dahin ist von Abschiedsstimmung keine Spur: „Wir sind noch voll im Dampf.“

Gerade jetzt an den heißen Tagen sind die Schwimmmeister und die DLRG-Wachmannschaft besonders gefordert. Am Mittwoch leisteten sie Erste Hilfe, als ein älterer Herr mit dem Motorroller an der Schranke gestürzt war. Ein anderer Mann saß mit Kreislaufschwäche an der Skaterbahn außerhalb des Badesee-Geländes - auch ihm wurde geholfen.

Welches war das schönste Jahr am Badesee? „So lange nichts passiert und es kommt keine Person zu Schaden, da ist es immer gut“, sagt Ruckelshausen. Seit er im Strandbad arbeitet, haben sich dort rund 6,5 Millionen Menschen erholt.

FKK-Strand ist Besuchermagnet

Der Badesee ist 26,3 Hektar groß und bis zu 21,70 Meter tief, wie das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie weiß. Die mittlere Tiefe liegt bei zehn Metern. Das war nicht immer so, wie sich Peter Ruckelshausen erinnert: „Als ich hier angefangen habe, war das ein kleiner Teich mit vier, fünf Inseln drin. Der war nur vier oder fünf Meter tief. Die Bäume standen damals noch nicht, man hat direkt zu den Hochhäusern gesehen. Damals war man glücklich, wenn 10.000 oder 20.000 Leute in einer Saison da waren.“

Der Sand- und Kiesabbau vergrößert die Wasserfläche Jahr um Jahr. Aber auch am Ufer hat sich seit den Anfangsjahren viel verändert. Der Angelsportverein und die Kiesfirma Kaspar Weiss haben viele Bäume und Büsche gepflanzt. „Es ist viel von der Natur genommen worden, es ist aber auch etwas zurückgegeben worden“, berichtet Schwimmmeister Ruckelshausen, „letztes Jahr war sogar der Eisvogel hier.“

Mit den steigenden Ansprüchen der Besucher ist der Freizeitwert des Strandbades gestiegen. Auf den Beachvolleyballfeldern toben sich vorwiegend junge Leute aus. Zunehmend nutzen auch Wassersportler das offene Gewässer zum Training. In erster Linie sind es Triathleten. Sie reisen bis aus Aschaffenburg und aus Wiesbaden an.

Der größte Besuchermagnet ist aber der FKK-Strand. Sonnenanbeter kommen aus Rüdesheim, Marburg und Fulda, wie Schwimmmeister Ruckelshausen berichtet: „Die rufen hier an, wie das Wetter ist - und zack, sind sie da. Sie sind auch die Ersten am Morgen. Sie stehen vor dem Tor, bevor wir aufmachen.“

Quelle: op-online.de

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