Vermisste Schwimmerin noch nicht gefunden

Strandbad morgen wieder offen

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Seit vier Tagen ist das Strandbad gesperrt. Morgen um 12 Uhr gibt die Stadt den Badebetrieb wieder frei, obwohl möglicherweise eine Tote im See schwimmt.

Nieder-Roden -  Das Strandbad wird am Mittwoch um 12 Uhr wieder geöffnet, obwohl die vermisste Schwimmerin noch immer nicht gefunden ist. Der FKK-Strand und die Wasserfläche davor bleiben aber zunächst gesperrt. Das teilte die Stadt gestern gegen 17 Uhr mit. Von Ekkehard Wolf 

„Wir standen gemeinsam vor der schweren Aufgabe, einen Kompromiss zwischen der noch immer bestehenden Unsicherheit über den Verbleib der vermissten Person, der Frage eines pietät- und respektvollen Handelns gegenüber einer möglicherweise verstorbenen Person, der öffentlichen Nachfrage nach der Wiederaufnahme des Badebetriebes und unserem Personal zu finden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Diese Entscheidung fiel nach einer Besprechung, an der das Strandbadpersonal, die DLRG, der zuständige Fachdienst der Verwaltung sowie Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Erster Stadtrat Michael Schüßler teilnahmen.

Es gibt viele Fragen zu den Vorgängen der letzten Tage und zur Entscheidung, das Bad wieder zu öffnen. Wir haben einige Antworten zusammengestellt.

Warum bleibt der FKK-Bereich zunächst gesperrt?

Falls ein Leichnam geborgen werden muss, haben die Einsatzkräfte einen geschützten und ausreichend großen Arbeitsbereich. Die Stadt will die Feuerwehr nach einem zusätzlichen Boot fragen, damit das Rettungsboot nicht durch die Bergung blockiert wird, sondern weiterhin für seine originäre Aufgabe zur Verfügung steht.

An wen können sich Badegäste mit Fragen wenden?

Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind in den ersten Tagen vor Ort, um Fragen zu beantworten und Telefongespräche anzunehmen. „Wir haben die Vermutung, dass Badegäste einen erhöhten Gesprächsbedarf auch nach der Wiedereröffnung haben und möchten die Wachmannschaft mit dieser Maßnahme entlasten“, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Wer wird eigentlich vermisst?

Die Polizei spricht von einer 64-jährigen Frau aus Rodgau, die als gute Schwimmerin bekannt sei. Sie war Stammgast am Badesee und besaß eine Dauerkarte. Ihre Kleidung wurde am vergangenen Donnerstag nach Betriebsschluss am FKK-Strand gefunden.

War die Vermisste allein am See?

Ja und nein. Laut Polizei ging sie mit einer Bekannten ins Strandbad, beide suchten jedoch unterschiedliche Strandbereiche auf.

Warum nennt die Polizei erst jetzt Alter und Wohnort?

Erst am Wochenende erreichten die Beamten eine Familienangehörige der Vermissten – eine Schwester, die im Ausland lebt.

Welche Indizien gibt es dafür, dass die Schwimmerin ums Leben gekommen ist?

Bei einer Bootsfahrt über den See haben mehrere Leichenspürhunde unabhängig voneinander an etwa der gleichen Stelle angeschlagen.

Gibt es eine Chance, dass die Vermisste noch lebt?

„Vermisst heißt nicht tot“, betont Polizei-Pressesprecher Michael Malkmus (Offenbach): „Im Moment ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es ein Badeunfall ist.“ Das sieht auch Stadt-Pressesprecherin Sabine Fischer so: „Sie ist nicht mehr gesehen worden. Eine Freundin vermisst sie. Ihr Fahrrad stand vor dem Tor des Strandbads.“ Sicher könne man aber erst sein, wenn die Frau gefunden sei.

Was ist an diesem Fall so ungewöhnlich?

Sabine Fischer: „Wir wussten nicht, wo wir überhaupt suchen müssen. Dann war der Zeitpunkt unklar: Es gibt keine Zeugen, die gesehen haben, dass sie schwimmen gegangen ist. Wir suchen seit vier Tagen eine Leiche, von der wir nicht wissen, wo sie ist.“

Warum haben es Taucher im Badesee so schwer?

Wegen der Baggerarbeiten ist das Wasser sehr trüb. Die Sichtweite beträgt weniger als einen Meter. Ab zwölf Meter Tiefe ist es stockdunkel. „Man kommt auch nicht mit einer Lampe dagegen an“, sagt Ralf Wilhelm von der DLRG Mainflingen, der schon viele Taucheinsätze geleitet hat. Die Suche nach Toten sei sehr anstrengend: „in einer Hand hält man die Signalleine, mit der anderen tastet man den Bereich ab“.

In welcher Tiefe suchen Taucher nach Toten?

Sie suchen am Grund des Sees, weil Tote zunächst absinken. Der Badesee hat eine mittlere Tiefe von 10,50 Metern. An der tiefsten Stelle ist er 35,80 Meter tief. Am Boden gibt es Sand und stellenweise etwas Schlick, aber kaum Pflanzen.

Welche Suchmethode wenden die DLRG-Taucher an?

Die Suche erfolgt meist in größer werdenden Kreisen, in Ufernähe in Halbkreisen, wie Ralf Wilhelm erklärt. Eine andere Möglichkeit: Der Signalmann geht am Ufer entlang und steuert den Taucher parallel zum Ufer.

Quelle: op-online.de

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