Bäume fallen: „Das tut weh“

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Die Kastanien an Hintergasse und Kirchgasse sind Vergangenheit. Heute fallen die letzten großen Bäume vor dem Portal der Kirche St. Nikolaus. Faule Stellen im Holz zeigen, dass es dafür höchste Zeit ist. Bereits beim verkehrsberuhigten Straßenausbau vor gut 20 Jahren war das Wurzelwerk beschädigt worden. Bei einem Gewitter im August 1993 stürzte ein Kastanienbaum während der Abendmesse auf eine Ecke der Kirche, die Gottesdienstbesucher kamen mit dem Schrecken davon.

Jügesheim (eh) ‐ Kettensägen dröhnten gestern den ganzen Tag hindurch in der Jügesheimer Ortsmitte - dann und wann unterbrochen von einem dumpfen Schlag, wenn Äste zu Boden polterten.

Ein halbes Dutzend Arbeiter fällte Kastanienbäume an der Kirche St. Nikolaus, die seit 1871 das Ortsbild prägten. Nun stehen nur noch die mächtigsten dieser Bäume vor dem Kirchenportal. Heute werden auch sie abgeholzt. Ein Blick auf das abgelegte Stammholz zeigt: Viele Bäume waren von innen her morsch und durchgefault, einer bis fast zum Wurzelstock. Einzeln oder in kleinen Grüppchen verfolgten Zuschauer die Arbeiten und nahmen Abschied von den alten Bäumen. „Das tut weh“, weiß Thorsten Schüler, dessen Baumschule nicht nur Gehölze pflanzt und pflegt, sondern bei Bedarf auch fällt. Zwei der Kastanien seien noch standfest gewesen, hätten aber wohl die nächsten zehn Jahre nicht überlebt.

Die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus hat sich für einen Neuanfang auf ganzer Linie entschieden. Am Mittwoch werden die Wurzeln ausgefräst, am Donnerstag kommt neue Erde, am Freitag setzt die Baumschule junge Bäumchen ein. Ob auch sie mehr als ein Jahrhundert überdauern werden?

Quelle: op-online.de

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