Baggersee darf weiter wachsen

Rodgau (bp) - Der schon seit Jahrzehnten betriebene Abbau von Quarzsand am Baggersee Nieder-Roden kann ausgeweitet werden. Das zum Regierungspräsidium Darmstadt (RP) gehörende Bergaufsichtsdezernat hat jetzt einer Erweiterung der Abbaufläche um rund 24 Hektar zugestimmt.

Das geht aus einer Mitteilung des RP hervor. Die Stadt Rodgau ist Bürgermeister Jürgen Hoffmann zufolge von diesem Beschluss nicht gerade angetan. Er kündigte an, die Stadt werde rechtliche Schritte prüfen. „Wir müssen sehen, ob das Erfolg haben könnte.“

Für die Firma Kaspar Weiss, die das Kieswerk betreibt, ist die Nachricht aus Darmstadt hingegen ein Grund zur Freude. Betriebsleiter Martin Weiss: „Das sichert die Existenz unserer Firma und der Arbeitsplätze.“ In Rodgau sind zehn bis 15 Mann beschäftigt, das Unternehmen hat in allen Niederlassungen insgesamt etwa 70 Mitarbeiter.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Genehmigungsverfahren zum erweiterten Abbau sich zunächst nicht auf einen Widerspruch einigen können. Die entscheidende Abstimmung im Parlament blieb ohne Ergebnis. Die Rodgauer Argumente gegen das Projekt wurden dann nach Ablauf der Widerspruchsfrist wenigstens mündlich vorgetragen. Man sah den Trinkwasserschutz gefährdet.

In Nieder-Roden wird seit Mitte der 70er Jahre Quarzsand gewonnen. Aktuell betreibt die Firma Kasper Weiss den Tagebau, der sich auch auf die Gemarkung von Dudenhofen erstreckt. Das Unternehmen beantragte im April 2009 die Erweiterung des vorhandenen Tagebaus (etwa 28 Hektar) in Richtung Nordwesten um 24 Hektar mit einer geschätzten Abbauzeit von 25 Jahren. Die Erweiterungsflächen bestehen je zur Hälfte aus Wald und Acker. Im Regionalplan Südhessen ist dieses Gebiet als Vorrangfläche für den Kiesabbau ausgewiesen. Im Planfeststellungsverfahren (Baugenehmigungsverfahren) wurden gemäß RP die Behörden und Verbände beteiligt und deren Bedenken (insbesondere wegen einer möglichen Trinkwassergefährdung) erörtert. Nach Abwägung aller Aspekte stimmte das RP nunmehr der Abbauerweiterung zu. Mit dem Abbau in der Erweiterungsfläche kann erst begonnen werden, wenn ein genehmigter Hauptbetriebsplan vorliegt.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archiv

Kommentare