Spatenstich im Januar, um Zuschüsse nicht zu verschenken

Bahnhofsvorplatz in Dudenhofen wird umgebaut

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Die Fläche soll eine ansprechende Visitenkarte des Stadtteils werden: Der Platz vor dem Umbau.

Dudenhofen - Der Bahnhofsvorplatz in Dudenhofen wird im nächsten Jahr umgebaut. Der erste Spatenstich sei für den Januar geplant, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann: „Ich bin froh, dass es bald richtig losgeht.“ Von Ekkehard Wolf

Ein Baubeginn im Winter ist für Tiefbauarbeiten ungewöhnlich. Dieser Zeitpunkt ist durch einen Zuschuss bedingt, den das hessische Verkehrsministerium kürzlich bewilligte. Um das Geld nicht zu verschenken, musste die Stadt die Arbeiten noch vor Jahresende vergeben. Der Platz soll zur ansprechenden Visitenkarte des Stadtteils werden. Bisher ist er das Gegenteil: ein ungepflegtes Durcheinander. Wild parkende Autos prägen das Bild. Die Verkehrsflächen bestehen unter anderem aus Kopfsteinpflaster, Asphaltflecken, alten Gehwegplatten, Trampelpfaden und schiefen Bordsteinen.

Der Entwurf der Planergruppe ROB aus Schwalbach sieht einen ovalen Platz mit Sitzbänken vor, die zum Verweilen einladen. Es gibt dann zusätzliche Stellplätze für 42 Autos und 26 Fahrräder. Die Bushaltestelle der Linie K 86 nach Babenhausen wird zur S-Bahn-Station verlegt; das bisherige Provisorium an der Mainzer Straße ist 150 Meter entfernt. Damit wird ein barrierefreier Zugang zwischen Bus und S-Bahn möglich. Dass die Bushaltestelle endlich an die S-Bahn-Station heranrückt, ist für Jürgen Hoffmann ein wesentlicher Fortschritt. Den Bürgermeister begleitet die Platzgestaltung seit seinem Amtsantritt im Juni 2010. „Wir haben viele Hürden genommen“, sagt er. Es sei sogar gelungen, den Rhein-Main-Verkehrsverbund dazu zu bewegen, einen Teil der Planungskosten zu übernehmen. Das sei nicht selbstverständlich.

Ein größerer Betrag kommt aus Wiesbaden. Das hessische Verkehrsministerium sagte 550.000 Euro zu. Das ist die Hälfte der Baukosten von 1,1 Millionen Euro. Dass der Bau rund 100.000 Euro teurer werde als bisher kalkuliert, ist für Hoffmann „kein Beinbruch“. Die Kostenschätzung stamme schließlich aus dem Jahr 2014.

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Das Warten auf den Landeszuschuss war die bislang letzte Geduldsprobe in der langen Geschichte dieses Bauvorhabens. Der Stadt wäre es am liebsten gewesen, wenn der Platz schon zum S-Bahn-Start im Dezember 2003 ein neues Gesicht gehabt hätte. Es war jedoch nicht gelungen, das Umfeld der Station großzügig in die S-Bahn-Verträge aufzunehmen. Lediglich ein knapp bemessener Park+Ride-Parkplatz wurde gebaut.

Als Probleme erwiesen sich die Eigentumsverhältnisse: Die Fläche gehörte teils der Stadt und teils der Bahn, die Grundstücksgrenze verlief quer über den Platz. Zudem stand dort eine Lagerhalle mit einem langfristigen Pachtvertrag. Ein I-Tüpfelchen für den neuen Bahnhofsvorplatz will der Förderkreis für kulturelle Projekte spendieren. Er möchte eine Skulptur aufzustellen.

Quelle: op-online.de

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