In keine musikalische Schublade

Rodgau - Die ersten Töne sind angespielt und ein Saitenzupfer irrt noch durch den kleinen Proberaum. Bassist Denis unterbricht und stößt misstrauisch mit dem Fuß gegen eine der großen Boxen. Die hat offensichtlich einen Wackelkontakt und krächzt bei jeder Bewegung am Kabel in schrillen Tönen. Von Sebastian Faerber

Doch die erste Bemühung, der Sache nachzugehen, wird durch plötzliches Gelächter zerstreut: Die Frage steht im Raum, welchem Genre sich die Rodgauer Band Trash Up zuordnet.

„Du bist mit deiner Gitarre eher der Blues-Man, für die Mädels!“, zieht Sänger Jojo einen Bandkollegen auf. Tatsächlich prägen die fünf Musiker den Stil mit unterschiedlichen Einflüssen und Spielarten. Etwas Grunge, Indie und Punk ist herauszuhören, Schlagzeugerin Gina haut mit ihren Drumsticks immer wieder Metal-Elemente raus.

Mix ohne Namen

Im Ergebnis erklingt ein Sound, für den es keinen Namen gibt, aber durchaus einer erfunden werden könnte. Denn die offene Spielart der Newcomer hat bereits einen kleinen Fankreis. Mit ungezwungener Herangehensweise, fernab von Genre-Schubladen, dazu ein lässiger Habitus im Bühnen- beziehungsweise Live-Gen – mit dieser Musik und diesem Auftreten können sich viele identifizieren. Zwar hält sich der Bekanntheitsgrad noch in Grenzen, aber die Fünf hoffen, durch ihren Auftritt morgen in der ehemaligen Maximal-Halle (Rodgau, Stettiner Straße) neue Fans zu gewinnen.

„Bei uns ist es nicht so, dass einer die fertigen Lieder anschleppt“, erklärt Schlagzeugerin Gina, deren Vater Musiklehrer ist und den Proberaum im Keller des Elternhauses zur Verfügung stellt. Stattdessen jammen Denis, Gina, Fabian (Gitarre), Jan (Gitarre) und Sänger Johannes alias Jojo drauf los. Entstehende Riffs und Melodien ordnet die Combo lediglich danach, ob sie sich langsam oder schnell gespielt besser anhören. „Da wir alle unsere eigenen Stile haben, ist es nicht immer leicht, zusammenzufinden“, weiß Gina. „Aber was am Schluss bei rauskommt, gefällt uns dann auch immer allen“, ergänzt Gitarrist Fabian.

Samstag Konzert mit ACE Musik in Rodgau

Die Texte drehen sich um Alltagsphilosophie, Zwischenmenschliches oder lange Nächte und entspringen meist der Feder von Sänger Jojo. Der Song „12:45“ etwa handelt vom ehrgeizigen Willen, zu später Stunde die unerbittlich kreisenden Zeiger der Uhr anzuhalten.

Dem morgigen Auftritt zusammen mit der Rock-Gruppe ACE Musik fiebert die Nachwuchsband schon entgegen, immerhin hat die Maximal-Halle Tradition. „Ich war etwas übereifrig und habe unser Equipment zu früh auf die Bühne gestellt, das musste ich vorhin wieder abbauen“, gesteht Jan und stellt sich dem Gelächter seiner Kollegen. Doch das muss  er – so gerne sich die Fünf auch untereinander aufziehen – nur kurz ertragen. Denn bis zum Auftritt, so will´s die Uhr, bleiben nur noch wenige Stunden zum Proben. „Jungs, weiter geht´s!“, fordert Gina und gibt den Takt vor.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © A. Jäger/op-online.de

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