Barrierefreies Wohnen im Ortskern

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Da flogen die Sandhäufchen: Spatenstich für die Seniorenwohnanlage Ludwigstraße 58-60 am gestrigen Abend.

Jügesheim (bp) - In der Ludwigstraße 58-60 entstehen auf einer Gesamtwohnfläche von etwa 1200 Quadratmetern mitten in Jügesheim 20 Wohnungen für Senioren mit schmalem Geldbeutel. Gestern war für die barrierefreien Einheiten erster Spatenstich.

Zuvor hatten Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD), Stadtrat Michael Schüßler (FDP) und der Leiter des städtischen Facilitymanagements, Stefan Flasche, das Projekt vorgestellt.

Für die Wohnungen besteht 20 Jahre Belegungs- und Mietbindung. Die derzeit gültigen Einkommensgrenzen potenzieller Mieter liegen bei 13.200 Euro für einen Einpersonen- und bei 19.800 Euro für einen Zweipersonenhaushalt. Jede weitere Person im Haushalt darf nicht mehr als 4510 Euro Einkommen haben. Die Durchschnittsmiete ist ebenfalls festgelegt und darf bei erstmaliger Vermietung 6,38 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen.

14 Zweizimmerwohnungen zwischen 50 und 68 Quadratmeter, fünf Dreizimmerwohnungen mit etwa 75 Quadratmeter und eine Einzimmerwohnung mit 52 Quadratmeter können im Herbst 2012 bezogen werden. Sie sind zwar für Senioren vorgesehen. Eine formale Altersgrenze bei der Belegung gibt es offiziell aber nicht.

Ein Keller pro Mieteinheit, eine Tiefgarage mit zehn Stellplätzen, im Außengelände weitere neun Stellplätze, wovon sechs überdacht und drei als Behindertenparkplätze ausgewiesen sein werden, sind vorgesehen.

Natürlich fehlen auch ein Wasch- und Trockenraum und Fahrstühle, die Barrierefreiheit ermöglichen, nicht. In der aus zwei getrennten Einheiten bestehenden Anlage sind in dem an der Ludwigstraße gelegenen Vorderhaus zusätzliche Gemeinschaftsflächen eingeplant. Die Verwendung ist derzeit noch offen.

Angeboten werden sollen in dem Objekt ein Hausnotruf, Wäscheservice, Essen auf Rädern und mehr. Die Gebäude werden nach neuesten Energiestandards mit einer Gasbrennwertanlage und Sonnenkollektoren ausgestattet. Die Nebenkosten fallen entsprechend niedrig aus. „Die Solarkollektoren decken im Sommer den gesamten Warmwasserverbrauch“, erläuterte Stefan Flasche.

Die geschätzten Baukosten betragen inklusive Abbruch ehemals vorhandener Gebäude, der Erschließung, Gestaltung der Außenanlagen und aller Architekten- und Ingenieurleitungen rund 3,6 Millionen Euro. Die Summe reduziert sich voraussichtlich um etwa 1,3 Millionen Euro aus Förderdarlehen, so dass die Stadt die verbleibenden 2,3 Millionen selbst finanzieren muss. Zur Finanzierung soll der Verkauf städtischer Liegenschaften beitragen.

Die Bauausführung wurde einem Generalunternehmer aus Kassel übertragen, der auch den Rohbau hoch zieht. Bei der späteren Vergabe der einzelnen Gewerke soll darauf geachtet werden, heimische Betriebe besonders zu berücksichtigen.

Die ersten Arbeiten auf dem schon seit einiger Zeit frei geräumten Gelände haben bereits begonnen. Unstimmigkeiten mit einem Nachbarn wegen seiner Garage auf der Grundstücksgrenze konnten zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgeräumt werden. Bis Ende des Jahres sollen im Vorderhaus die Tiefgarage und der Rohbau, im Hinterhaus die Bodenplatte und der Rohbau stehen. Im August 2012, so die Planungen, findet dann der Ausbau mit sämtlichen Installationen und Innenausbauten seinen Abschluss.

Bürgermeister Hoffmann bezeichnete das Vorhaben als „Einstieg in den Bereich modernen und kostengünstigen Wohnens“. Schüßler rechnete vor, dass der Kreis der Interessenten für Seniorenwohnungen zunehmen werde und nannte Zahlen aus einer Studie der Bertelsmannstiftung. Demnach leben in Rodgau derzeit 7 800 über 65-Jährige. 1 100 davon hätten nur ein schwaches Einkommen. Hier stünden „die Kommunen in der Verantwortung“, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die neue Anlage sei ein Anfang. Dort seien auch Senioren-WGs als neue Wohnform denkbar, ergänzte Hoffmann.

Quelle: op-online.de

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