Baustelle „Medicum“

Parkhaus-Neubau kommt in die Gänge

+
Mehr Ententeich als Parkhausneubau: die unvollendete Baustelle am Nieder-Röder S-Bahnhof. Ab August dieses Jahres soll es dort endlich weitergehen.

Nieder-Roden - Endlich mal wieder eine positive Nachricht vom Bauherrn des Ärztehauses „Medicum“ an der Nieder-Röder S-Bahn-Station. Nach monatelangem Stillstand soll es wenigstens mit dem Parkhausneubau ab Anfang August weitergehen.

Das hat der Dietzenbacher Investor Uwe Werkmann am Montag Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) am Telefon versprochen.

„Ich bin froh, dass es weitergeht“, sagte der Verwaltungschef gestern in der Magistratspressekonferenz. Mit Äußerungen, wie es mit dem Hauptprojekt, dem „Medicum“, weitergehe, wollte er dem Investor allerdings nicht vorgreifen. Der Hauptbau könne sowieso erst beginnen, wenn das Parkhaus stehe. Bei dessen Bau hatte es monatelang Stillstand gegeben, weil Unstimmigkeiten mit dem Generalunternehmer bestanden.

Debatte um die Entwicklung des Stadtteils

Derweil äußern sich die Rodgauer Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung zur aktuellen Debatte um die Entwicklung des Stadtteils Nieder-Roden. Dort hatte zuletzt der Plan, das Baugebiet N 39 für rund 300 Bewohner nicht zu realisieren, für Diskussionen gesorgt. Für die SPD ist das verständlich. Alle Argumente müsse man sorgfältig abwägen. Als „absolut daneben“ bezeichnet der SPD-Vorsitzende Jürgen Kaiser allerdings die Versuche der CDU, aus der Entscheidung gegen das Baugebiet eine grundsätzliche Benachteiligung Nieder-Rodens bei der Stadtentwicklung abzuleiten. „Entsprechende Angriffe auf Bürgermeister Jürgen Hoffmann weisen wir in aller Schärfe zurück“, so Kaiser.

Die Fläche des N 39 liegt zwischen S-Bahn-Strecke, Krümmlingsweg und Heinrich-Böll-Schule. Sie weist laut SPD für die Nutzung als Baugebiet gravierende Nachteile auf. So handele es sich um ein Feuchtbiotop, das schon aus Gründen der Bodenbeschaffenheit nur zu einem geringen Teil bebaut werden könne. Außerdem sei sie ein Refugium für seltene Pflanzen- und Tierarten. Hauptsächlich deshalb habe sich die SPD Nieder-Roden in der Vergangenheit auch mehrfach gegen eine Bebauung ausgesprochen. Im Stadtparlament stimmte die SPD jedoch 2007 wie alle anderen Fraktionen für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Für die weitere stadtplanerische Entwicklung ist das Gebiet nach Ansicht der SPD nicht entscheidend. „Sich von seiner Bebauung eine spürbare Belebung des Puiseauxplatzes zu versprechen, wie die CDU es anscheinend tut, ist reichlich naiv“, sagt Andreas Lämmermann, selbst Nieder-Röder und stellvertretender Vorsitzender der SPD Rodgau.

Nieder-Rodens Zukunft

Nieder-Rodens Zukunft hänge nicht von der Bebauung des N 39 ab. Schon gar nicht eigne sich der Fall dafür, eine angeblich systematische Benachteilung des Stadtteils zu begründen.

Lesen Sie dazu auch:

„Medicum Rodgau“ ohne Notdienstzentrale?

Stillstand am Parkhaus

Seit 2010 habe sich in Nieder-Roden baulich viel getan, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Kunert. Er erinnert an die Neugestaltung des Parkplatzes am Bürgerhaus, an das Haus der Musik und an den Ausbau der Bücherei. Ferner wurde die Sporthalle an der Wiesbadener Straße mit großem Aufwand saniert. Mit dem Feuerwehrhaus Süd wurde für Nieder-Roden und Dudenhofen ein neues, gemeinsam genutztes Gebäude erstellt. Dadurch ergab sich die Gelegenheit, an Stelle des alten Feuerwehrhauses ein Seniorenprojekt zu entwickeln.

Einen enormen Schub für den Stadtteil erwartet Kunert vom „Medicum“. Und ein kleines Reihenhausbaugebiet an der Schweriner Straße führt er als Beleg dafür an, dass auch in Nieder-Roden neuer Wohnraum geschaffen werde.

bp

Quelle: op-online.de

Kommentare